Ernährung Welpe

Wechsel: Welpenfutter zu Adultfutter

Autorin: Helena, Veterinärmedizinerin August 2026

Der richtige Zeitpunkt für die Umstellung von Welpenfutter auf Erwachsenenfutter ist der Abschluss der Wachstumsphase. Bei den meisten Hunden ist das mit etwa 10 bis 12 Monaten der Fall, bei sehr großen Rassen kann es bis zu 18 Monate dauern. Die Umstellung selbst läuft langsam über rund 10 Tage, damit sich die Verdauung anpassen kann. Dieser Ratgeber zeigt dir, wann dein Hund so weit ist, wie sich Welpen- und Adultfutter unterscheiden, warum zu viel Futter beim Welpen gefährlicher ist als zu wenig und wie die Umstellung Tag für Tag abläuft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Zeitpunkt: Umgestellt wird, wenn das Knochenwachstum abgeschlossen ist. Bei den meisten Hunden mit etwa 10 bis 12 Monaten.
  • Die Größe entscheidet: Kleine Rassen sind früher fertig, sehr große Rassen wachsen teilweise bis 18 Monate oder länger.
  • Die Dauer: Rund 10 Tage, in denen du das Adultfutter schrittweise erhöhst und das Welpenfutter reduzierst.
  • Zu früh umstellen bedeutet Nährstofflücken in der Wachstumsphase, zu spät bedeutet dauerhaft zu viel Energie und Mineralstoffe.
  • Die größte Gefahr ist Überfütterung: Ein überfütterter Welpe wird nicht dick, er wächst zu schnell. Das erhöht das Risiko für Gelenkerkrankungen.
  • Calcium ist kein Wachstumsbooster: Bei großwüchsigen Welpen wirkt sich eine hohe Calciumzufuhr laut FEDIAF ungünstig auf die Skelettentwicklung aus.
  • Kein Zusatz ins Alleinfutter: Ergänzungen bringen die abgestimmte Nährstoffbilanz durcheinander und können die Entwicklung stören.

Ab wann Welpenfutter auf Erwachsenenfutter umstellen?

Umgestellt wird, sobald die Wachstumsphase abgeschlossen ist, also wenn dein Hund seine endgültige Größe so gut wie erreicht hat. Bei den meisten Hunden ist das mit ungefähr 10 bis 12 Monaten der Fall. Sehr große Rassen wachsen teilweise deutlich länger, hier kann sich der Zeitpunkt bis 18 Monate und darüber hinaus verschieben.

In den ersten 8 Wochen nach der Geburt wird der Welpe mit Muttermilch versorgt und bekommt danach ein Welpenfutter, das genau auf die Bedürfnisse des kleinen Vierbeiners ausgerichtet ist. Die Umstellung des Futters selbst sollte im Rahmen von etwa 10 Tagen erfolgen, damit sich die Verdauung auf das neue Futter einstellen kann. Der Anteil des Erwachsenenfutters wird in diesen Tagen schrittweise erhöht, während das Welpenfutter reduziert wird. Die genaue Anleitung findest du weiter unten im Abschnitt zur schrittweisen Umstellung.

Ein häufiger Irrtum vorweg: Es geht nicht darum, ein bestimmtes Datum zu treffen. Zwei Wochen früher oder später sind unkritisch. Was zählt, ist, dass die Umstellung nicht Monate zu früh passiert (dann fehlen Nährstoffe im Wachstum) und nicht Monate zu spät (dann bekommt ein fertiger Hund dauerhaft Wachstumsfutter mit zu viel Energie).

Wie lange braucht mein Hund Welpenfutter? Der Zeitpunkt nach Größe

Wie lange dein Hund Welpenfutter braucht, hängt fast ausschließlich von seinem zu erwartenden Endgewicht ab. Kleine Rassen sind mit dem Wachstum deutlich früher fertig als große, und dieser Unterschied ist erheblich: Zwischen einem Chihuahua und einer Deutschen Dogge können mehr als zehn Monate liegen.

Endgewicht des Hundes Wachstum meist abgeschlossen Beispielrassen
bis etwa 10 kg mit etwa 8 bis 10 Monaten Chihuahua, Malteser, Yorkshire Terrier
etwa 10 bis 25 kg mit etwa 10 bis 12 Monaten Beagle, Französische Bulldogge, Border Collie
etwa 25 bis 45 kg mit etwa 12 bis 15 Monaten Labrador, Golden Retriever, Deutscher Schäferhund
über etwa 45 kg mit etwa 18 Monaten oder später Rottweiler und andere sehr große Rassen

Diese Werte sind Orientierungspunkte aus der Praxis, keine festen Regeln. Entscheidend ist die individuelle Wachstumskurve deines Hundes, und die schaust du dir weiter unten in unseren Wachstumskurven für Rüden und Hündinnen an. Im Zweifel besprichst du den Zeitpunkt mit einer futterkundigen Tierarztpraxis, die deinen Hund kennt.

Eine hilfreiche Faustregel für zwischendurch: Wenn dein Hund über drei Monate hinweg nicht mehr an Schulterhöhe zulegt, ist das Längenwachstum durch. Das Gewicht kann sich danach noch etwas verändern, weil Muskulatur aufgebaut wird, aber der Knochen ist fertig.

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Futter nach der Geburt

In den ersten Wochen nach der Geburt wird ein Welpe, wie wir Menschen auch, mit Muttermilch versorgt. Dementsprechend ist sein Magen-Darm-Trakt darauf ausgerichtet: Der Mageninhalt enthält größere Mengen des Enzyms Laktase, das für die Spaltung von Milchzucker verantwortlich ist.

Ab einem Alter von 3 bis 4 Wochen beginnt der Welpe zunehmend auch feste Nahrung aufzunehmen, und die Milchaufnahme verringert sich. Nun müssen alle benötigten Nährstoffe über das Welpenfutter zugeführt werden. Mit dieser sogenannten Beifutter-Aufnahme verändert sich auch die Zusammensetzung der Magensäure, und immer mehr kohlenhydratspaltende Enzyme werden aktiv.

Mit etwa 8 Wochen werden die meisten Welpen nicht mehr von der Hündin gesäugt und nehmen nur noch feste Nahrung zu sich. Ihr Verdauungstrakt entspricht jetzt nahezu dem eines ausgewachsenen Hundes. Genau in diese Phase fällt meist auch der Einzug ins neue Zuhause, den wir im Ratgeber Dein Welpe zieht ein ausführlich beschreiben.

Das erste Welpenfutter

Besonders in den ersten 6 bis 8 Monaten haben Junghunde einen erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf. Deshalb ist gerade in dieser Zeit ein spezielles, auf die Bedürfnisse von Welpen abgestimmtes Futter sehr wichtig. Es wird auch als Welpenfutter, Puppy Food oder Junior Food bezeichnet und sollte auf der Verpackung klar gekennzeichnet sein.

Es sollte sich um ein Alleinfuttermittel handeln, denn zusätzliche Ergänzungen können den fein abgestimmten Nährstoffhaushalt des kleinen Vierbeiners empfindlich stören und eine gesunde Entwicklung beeinträchtigen. Geeignetes Welpenfutter für die Wachstumsphase zeichnet sich vor allem durch einen hohen Energiegehalt, auf den Bedarf des Welpen abgestimmte Mineralstoffgehalte und hochwertige, leicht verdauliche Proteine aus.

Lange Zeit galt eine Überversorgung mit Proteinen als schädlich und stand im Verdacht, Skeletterkrankungen zu verursachen. Diese Theorie gilt inzwischen als überholt. Der kritische Nährstoff ist ein anderer: Calcium. Die europäischen Ernährungsleitlinien des Fachverbands FEDIAF halten ausdrücklich fest, dass eine hohe Calciumaufnahme bei großwüchsigen Hunden einen ungünstigen Effekt auf die Skelettentwicklung hat, und definieren deshalb Obergrenzen (FEDIAF Nutritional Guidelines, 2025). Für Welpen von Rassen mit einem Endgewicht über 15 kg gelten dort bis zu einem Alter von etwa 6 Monaten besondere Calcium-Vorgaben. Praktisch heißt das: Finger weg von Calcium-Pulvern und Knochenmehl zusätzlich zum Alleinfutter.

Ein überfütterter Welpe wird nicht dick. Er wächst zu schnell.
Und genau das kann sich nachweislich ein Leben lang auf die Gelenke auswirken.

Die Futtermenge sollte deshalb streng kontrolliert werden. Wichtig zu verstehen: Ein überfütterter Welpe setzt zunächst kein Fett an, sondern legt schneller an Größe zu. Das Skelett wächst dabei schneller, als Muskulatur und Bänder mitkommen. Eine Überfütterung des heranwachsenden Hundes kann so Probleme wie Hüft- oder Ellenbogengelenksdysplasie oder OCD nach sich ziehen. Mehr dazu findest du in unserem Dysplasie-Guide.

Was ist der Unterschied zwischen Welpenfutter und Adultfutter?

Welpenfutter ist energie- und nährstoffdichter als Adultfutter, weil ein wachsender Hund pro Kilogramm Körpergewicht deutlich mehr braucht als ein ausgewachsener. Die Unterschiede betreffen vor allem vier Punkte:

  • Energiedichte: Welpenfutter liefert mehr Kalorien pro 100 Gramm, weil der Bedarf im Wachstum stark erhöht ist.
  • Protein: höherer Anteil und höhere Qualität, weil ständig neues Gewebe aufgebaut wird.
  • Mineralstoffe: gezielt auf das Knochenwachstum abgestimmte Calcium- und Phosphorgehalte in einem definierten Verhältnis.
  • Kroketten-Größe und Verdaulichkeit: kleiner und leichter aufzuschließen für den noch empfindlichen Verdauungstrakt.

Und was bedeutet „Adult" auf der Verpackung? Adult heißt schlicht „für den ausgewachsenen Hund". Die Bezeichnungen Puppy, Junior und Adult sind rechtlich nicht streng definiert, sondern eine Herstellerkennzeichnung für die Lebensphase. Junior meint bei den meisten Marken die spätere Wachstumsphase, ist also ein Zwischenschritt zwischen Puppy und Adult. Ob dein Hund einen solchen Zwischenschritt braucht, hängt weniger vom Etikett ab als von der tatsächlichen Zusammensetzung.

Ein Wort zur Senior-Frage, die oft direkt danach kommt: Im höheren Alter kann noch einmal eine Umstellung auf Seniorfutter in Betracht gezogen werden. Zwingend notwendig ist das aber nicht. Wie sich die Bedürfnisse mit dem Erwachsenwerden verändern, beschreiben wir in Mein Hund wird erwachsen.

Schadet Erwachsenenfutter einem Welpen?

Ja, dauerhaft gefüttertes Adultfutter kann einem Welpen schaden. Erhält der Welpe in der Wachstumsphase ein Adultfutter oder ein nicht auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Futter, riskiert man schwere Entwicklungsstörungen, die nie wieder ausgeglichen werden können. Der Grund ist nicht der Kaloriengehalt, sondern die Mineralstoffbilanz: Adultfutter ist auf den Erhaltungsbedarf ausgelegt und liefert in der Wachstumsphase zu wenig von dem, was der Knochenaufbau braucht.

Keine Sorge, wenn dein Welpe einmal versehentlich aus dem Napf des großen Hundes gefressen hat. Eine einzelne Mahlzeit ist unkritisch. Problematisch wird es, wenn das über Wochen zum Dauerzustand wird.

Umgekehrt gilt: Bekommt ein ausgewachsener Hund weiter Welpenfutter, nimmt er in der Regel zu, weil er dauerhaft mehr Energie aufnimmt, als er braucht. Und Gewicht ist beim Hund der wohl am besten belegte Lebenszeit-Faktor überhaupt.

1,8 Jahre
länger lebten Labradore, die lebenslang 25 % weniger Futter bekamen: 13,0 statt 11,2 Jahre

Diese Zahl stammt aus einer der bekanntesten Langzeitstudien der Tiermedizin: 48 Labrador Retriever wurden paarweise gefüttert, eine Gruppe bekam lebenslang 25 % weniger als die Kontrollgruppe. Die mediane Lebensdauer lag bei 13,0 Jahren gegenüber 11,2 Jahren, und Alterserkrankungen traten später auf, besonders Arthrose (Lawler et al., British Journal of Nutrition, 2008). Für dich heißt das: Die Futtermenge ist kein Detail am Rand, sie ist eine der wirksamsten Stellschrauben, die du überhaupt hast.

Wachstumskurven für Rüden und Hündinnen

Mit den folgenden Wachstumskurven kannst du einordnen, wo dein Hund gerade steht und ob er im erwarteten Bereich wächst. Trag das Gewicht deines Hundes am besten alle zwei Wochen ein. So erkennst du früh, wenn er zu schnell zulegt, und kannst gegensteuern, bevor daraus ein Problem wird.

Durchschnittliche Wachstumskurve für Rüden

Durchschnittliche Wachstumskurve für Rüden nach Endgewicht und Alter in Monaten

Durchschnittliche Wachstumskurve für Hündinnen

Durchschnittliche Wachstumskurve für Hündinnen nach Endgewicht und Alter in Monaten

Für rassenspezifische Verläufe lohnt ein Blick in unseren Beitrag zum Schäferhund-Wachstum Monat für Monat. Dort siehst du sehr anschaulich, wie unterschiedlich schnell Größe und Gewicht in den einzelnen Lebensmonaten zunehmen.

Die richtige Menge finden: Der Futterrechner berechnet die Tagesration nach Gewicht, Alter und Aktivität deines Hundes.
Zum Futterrechner

Die schrittweise Umstellung von Welpenfutter auf Erwachsenenfutter

Die Umstellung läuft in drei Schritten ab: passendes Futter auswählen, den richtigen Zeitpunkt bestimmen und dann über etwa 10 Tage langsam mischen. Wer diese Reihenfolge einhält, hat in aller Regel keine Verdauungsprobleme.

Schritt 1: Auswahl des Futters

Das neue Futter sollte sorgsam ausgewählt und auf die Bedürfnisse deines Hundes abgestimmt sein. Zusammensetzung und insbesondere die Mineralstoffmenge müssen zum Hund passen. Achte außerdem darauf, dass dein Welpe nicht zu schnell wächst und nicht zu schwer ist. Übergewicht und ein zu schnelles Wachstum solltest du mit Hilfe einer auf das Endgewicht ausgerichteten Wachstumskurve überwachen.

Zudem entscheidest du dich zwischen Trocken- und Nassfutter. Alternativ kannst du natürlich auch BARFen, für diese Form der Ernährung solltest du allerdings schon ein fortgeschrittener Hundehalter sein, weil hier einiges an Wissen erforderlich ist. Hier findest du mehr Infos zu den Vor- und Nachteilen der einzelnen Futterarten.

Prüfe außerdem, ob bei deinem Hund bereits Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien identifiziert wurden, und schließe diese Inhaltsstoffe direkt aus. Eine Anleitung dazu findest du in unserem Allergieguide. Gemeinsam mit anderen Tierärzt:innen, Hundeernährungswissenschaftler:innen und Hundeeltern haben wir für jede Rassenfamilie ein Futter entwickelt, das genau auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Was dahintersteckt, erklären wir hier.

Schritt 2: Zeitpunkt der Futterumstellung

Der richtige Zeitpunkt ist mit dem Abschluss der Wachstumsphase gekommen. Sobald das Knochenwachstum abgeschlossen ist, solltest du mit der Futterumstellung beginnen. Dein Vierbeiner hat nun seine endgültige Größe so gut wie erreicht. Bei den meisten Hunden ist das mit ungefähr 10 bis 12 Monaten der Fall, sehr große Rassen wachsen teilweise noch länger.

Im Zweifel besprichst du mit einer futter- beziehungsweise fachkundigen Tierarztpraxis, wann der optimale Zeitpunkt für den Wechsel ist. Als Anhaltspunkt kannst du den Zeitpunkt auch mithilfe unserer Wachstumskurven für Rüden und Hündinnen einsehen.

Schritt 3: Dauer der Umstellung

Plane die Futterumstellung langsam über einen Zeitrahmen von etwa 10 Tagen und erhöhe den Anteil des Erwachsenenfutters schrittweise. So garantierst du eine bekömmliche Umstellung für deinen Vierbeiner. Ein bewährter Ablauf sieht so aus:

  • Tag 1 bis 3: etwa 25 % Adultfutter, 75 % Welpenfutter
  • Tag 4 bis 6: etwa 50 % Adultfutter, 50 % Welpenfutter
  • Tag 7 bis 9: etwa 75 % Adultfutter, 25 % Welpenfutter
  • Ab Tag 10: 100 % Adultfutter

Bei empfindlichen Hunden darfst du dir ruhig 14 Tage oder mehr Zeit nehmen. Umgekehrt gilt: Schneller als 7 Tage ist selten eine gute Idee. Der ausführliche Ablauf inklusive Sonderfällen steht in unserem Guide zur Futterumstellung beim Hund.

Grafik zur schrittweisen Futterumstellung von Welpenfutter auf Adultfutter über 10 Tage

Probleme durch die Umstellung des Welpenfutters?

Leichte Verdauungsreaktionen in den ersten Tagen sind normal und geben sich meist von selbst. Leidet dein Vierbeiner allerdings an starken Blähungen, Durchfall oder Erbrechen, obwohl du die Futterumstellung langsam vorgenommen hast, und zieht sich das über mehr als ein paar Tage hin, solltest du eine Tierarztpraxis kontaktieren.

Insbesondere bei Durchfall hilft eine 24-stündige Fastenkur mit anschließender Schonkost, allerdings nur beim erwachsenen, ansonsten gesunden Hund. Junghunde und Welpen sollten nicht ohne tierärztliche Rücksprache fasten, weil ihr Blutzucker schneller absinkt. Weiterführende Maßnahmen bei Verdauungsproblemen findest du im Ratgeber zu Magen-Darm-Erkrankungen beim Hund.

FAQ zur Umstellung von Welpen- auf Adultfutter

Wie lange bekommt ein Hund Welpenfutter?

Bis das Knochenwachstum abgeschlossen ist. Bei den meisten Hunden sind das etwa 10 bis 12 Monate. Kleine Rassen bis rund 10 kg Endgewicht sind oft schon mit 8 bis 10 Monaten so weit, sehr große Rassen über 45 kg wachsen dagegen teilweise bis 18 Monate und länger. Maßgeblich ist die Größe deines Hundes, nicht das Kalenderdatum.

Ab wann kein Welpenfutter mehr?

Sobald dein Hund seine endgültige Größe so gut wie erreicht hat. Ein guter Indikator: Wenn die Schulterhöhe über drei Monate hinweg nicht mehr zunimmt, ist das Längenwachstum abgeschlossen. Bekommt ein ausgewachsener Hund weiter Welpenfutter, nimmt er in der Regel zu, weil er dauerhaft mehr Energie aufnimmt, als er braucht.

Wie lange Welpenfutter bei großen Rassen?

Bei Rassen mit einem Endgewicht von etwa 25 bis 45 kg, also zum Beispiel Labrador, Golden Retriever oder Deutscher Schäferhund, ist das Wachstum meist mit 12 bis 15 Monaten abgeschlossen. Über 45 kg Endgewicht kann es 18 Monate oder länger dauern. Gerade bei großwüchsigen Welpen ist die Futtermenge besonders wichtig, weil zu schnelles Wachstum das Risiko für Gelenkerkrankungen erhöht.

Wie lange dauert die Umstellung auf Adultfutter?

Plane etwa 10 Tage ein. Ein bewährter Ablauf: Tag 1 bis 3 rund 25 % neues Futter, Tag 4 bis 6 rund 50 %, Tag 7 bis 9 rund 75 % und ab Tag 10 komplett das neue Futter. Bei empfindlichen Hunden darfst du dir 14 Tage oder mehr Zeit nehmen. Schneller als 7 Tage ist selten sinnvoll.

Schadet Erwachsenenfutter einem Welpen?

Ja, wenn es dauerhaft gefüttert wird. Adultfutter ist auf den Erhaltungsbedarf ausgelegt und liefert in der Wachstumsphase zu wenig von dem, was der Knochenaufbau braucht. Daraus können Entwicklungsstörungen entstehen, die sich später nicht mehr ausgleichen lassen. Eine einzelne Mahlzeit aus dem falschen Napf ist dagegen unkritisch.

Was bedeutet Adult bei Hundefutter?

Adult heißt schlicht „für den ausgewachsenen Hund". Die Bezeichnungen Puppy, Junior und Adult sind rechtlich nicht streng definiert, sondern eine Herstellerkennzeichnung für die Lebensphase. Junior meint bei den meisten Marken die spätere Wachstumsphase. Entscheidend ist deshalb nicht das Etikett, sondern die tatsächliche Zusammensetzung.

Braucht mein Welpe zusätzlich Calcium?

Nein, im Gegenteil. Ein Alleinfuttermittel für Welpen deckt den Bedarf bereits ab. Die europäischen Ernährungsleitlinien des Fachverbands FEDIAF halten fest, dass eine hohe Calciumaufnahme bei großwüchsigen Hunden einen ungünstigen Effekt auf die Skelettentwicklung hat, und definieren deshalb Obergrenzen. Calcium-Pulver, Knochenmehl oder Eierschalen zusätzlich zum Alleinfutter können mehr schaden als nutzen.

Wie viel Futter braucht mein Welpe?

Das hängt von Alter, aktuellem Gewicht und erwartetem Endgewicht ab. Wichtiger als die genaue Grammzahl ist das Ergebnis: Dein Welpe sollte gleichmäßig entlang seiner Wachstumskurve zulegen, nicht sprunghaft. Eine der bekanntesten Langzeitstudien der Tiermedizin zeigte, dass Labradore mit lebenslang 25 % geringerer Futtermenge im Median 13,0 statt 11,2 Jahre alt wurden.

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Unser Fazit

  1. Umgestellt wird, wenn das Knochenwachstum abgeschlossen ist, bei den meisten Hunden mit etwa 10 bis 12 Monaten.
  2. Die Größe entscheidet: unter 10 kg oft schon mit 8 bis 10 Monaten, über 45 kg erst mit 18 Monaten oder später.
  3. Die Umstellung läuft über rund 10 Tage in vier Stufen, bei empfindlichen Hunden gern länger.
  4. Adultfutter dauerhaft im Wachstum schadet, eine einzelne Mahlzeit aus dem falschen Napf nicht.
  5. Die größte Gefahr ist nicht das falsche Futter, sondern zu viel davon. Überfütterte Welpen wachsen zu schnell.
  6. Calcium gehört nicht zusätzlich ins Alleinfutter. Zu viel davon stört die Skelettentwicklung großwüchsiger Welpen.
  7. Wachstumskurve führen, alle zwei Wochen wiegen und gegensteuern, bevor daraus ein Problem wird.
  8. Der Wechsel aufs Adultfutter ist der beste Moment, die Rezeptur einmal grundsätzlich zu überdenken. Deine Hunderasse. Dein Futter. 🐾

Über die Autorin

Helena Bröring-Veith - Med. Vet. ist Tierärztin im HEY HOLY Team. Sie hat an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert und mehrere Jahre in einer Klinik praktiziert. Bei HEY HOLY verantwortet sie als fachliche Reviewerin die Inhalte rund um Tiergesundheit und Ernährung. Mehr über das Team findest du auf unserer Über-uns-Seite.

Quellen

  • Lawler DF, Larson BT, Ballam JM, Smith GK, Biery DN, Evans RH, Greeley EH, Segre M, Stowe HD, Kealy RD: Diet restriction and ageing in the dog: major observations over two decades. British Journal of Nutrition, 2008, 99(4), 793–805. doi.org/10.1017/S0007114507871686
  • FEDIAF (European Pet Food Industry Federation): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, September 2025. europeanpetfood.org