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Mundgeruch beim Hund ist ein häufiges Problem, das viele Tierbesitzer kennen. Neben dem unangenehmen Geruch gibt es oft jedoch noch
weitaus mehr Probleme. Mundgeruch kann insbesondere auf gesundheitliche
Probleme beim Hund hinweisen und durch Probleme an anderen Organsystemen, wie
der Niere und dem Magen, entstehen. Glücklicherweise gibt es einige Schritte,
die man unternehmen kann, um Mundgeruch beim Hund entgegenzuwirken.

Die 3 HauptAuslöser von Mundgeruch: Futter, hygiene, Krankheiten.

Warum hat mein Hund Mundgeruch?

1. Futter

Ein kurzzeitiger Mundgeruch beim Hund, hervorgerufen durch intensiv riechendes Futter oder
Kauartikel, wie beispielsweise Pansen, ist durchaus üblich. Dieser sollte nach dem Verdauungsprozess des Tieres auch von selbst verschwinden.

Des weiteren kann Futtermittel mit minderwertigen Inhaltsstoffen oder einem zu hohem Zuckeranteil das Bakterienwachstum in der Maulhöhle des Hundes begünstigen. Die Bakterien nehmen den Zucker auf, woraus unangenehm riechende Gase entstehen.

Ebenfalls können Futtermittelunverträglichkeiten einen stark riechenden Mundgeruch hervorrufen. Ein tierärztliche Untersuchung deines Hundes auf eine mögliche Unverträglichkeit oder Allergie kann von Vorteil sein. Mehr Informationen über die Identifikation von Unverträglichkeiten findest du hier.

2. Mundhygiene

Mundgeruch kann ebenfalls durch mangelnde Mundhygiene ausgelöst werden. Werden Maulhöhle und Zähne des Hundes nicht regelmäßig auf Futterrückstände geprüft, sammeln sich schnell Überreste des Futters in der Maulhöhle, den Lefzenfalten oder den Zahnzwischenräumen an. Diese Bedingungen begünstigen die Entstehung und Ausbreitung von Bakterien. 

Gerade Nassfutter kann vermehrt zur Entstehung von Mundgeruch beim Hund beitragen. Dieses bleibt im Vergleich zum Trockenfutter vermehrt nach der Aufnahme als Restbestand an den Zähnen des Hundes haften. Diese Schicht beginnt irgendwann zu faulen und setzt dadurch entsprechend faule Gerüche frei.

Neben klassischen Problemen wie Zahnstein oder Zahnfleischentzündungen, kann eine mangelnde Mundhygiene auch weitaus schlimmere Folgeerkrankungen auslösen. Die obenstehende Grafik veranschaulicht mögliche Folgen schlechter Mundhygiene. Zeigt der Hund beispielsweise Anzeichen in Form von Abmagerung, Fettstuhl, Fressunlust, kann dies bereits auf die Entwicklung von weiteren Krankheiten hindeuten wie, beispielsweise:

  • Tumor im Maul oder Rachen
  • Magenschleimhautentzündung
  • Gehirnentzündung
  • Lefzenekzem
  • Diabetes
Um den Ursprung einer möglichen inneren Krankheit festzustellen, lohnt es sich den Geruch zu bestimmen

3. Innere Krankheiten

Ein stetiger Mundgeruch hingegen kann insbesondere ein Zeichen für Probleme an anderen Organsystemen sein. In diesen Fällen entsteht der Mundgeruch nicht im Maul des Tieres, sondern durch Probleme an anderen Organsystemen, welche durch Bakterien hervorgerufen werden. Somit kann der Mundgeruch auf weitere ernsthafte Krankheitsbilder hinweisen und sollte ernst genommen werden.

4 Gerüche, die etwas über das Krankheitsbild aussagen können: 

  1. 1Süßlich, fruchtiger Mundgeruch = Anzeichen für Diabetes, möglich wäre auch Zahnstein
  2. 2Bitterer Mundgeruch = Magenschleimhautentzündung
  3. 3Uringeruch = mögliche Nierenkrankheiten
  4. 4Metallischer Mundgeruch = Blutung

Trotz erster Anhaltspunkte, sollte bei einem stetigen Mundgeruch zwingend ein  Tierarzt aufgesucht werden, um die tatsächliche Ursache des langanhaltenden Mundgeruchs zu finden.

Vorbeugung der 3 Auslöser von Mundgeruch:

1. Futter

Futtermittelzusätze wie Pfefferminze, Petersilie oder Kokosöl sorgen bei harmlosem Mundgeruch für einen besseren Atem, zudem versorgt das Kokosöl den Hund direkt mit essentiellen Fettsäuren.

Eine intakte Mundhygiene ist außerdem von der richtigen Ernährung abhängig. Es empfiehlt sich, ein hochwertiges Trockenfutter zu füttern, um die natürliche Mundhygiene des Hundes durch erhöhten Abrieb zu unterstützen. Auch bleiben beim Trockenfutter weniger Rückstände in der Maulhöhle des Hundes zurück. Ebenfalls enthält Trockenfutter mehr Omega-3  Fettsäuren als Nassfutter und wirkt somit entzündungshemmender.

2. Mundhygiene

Bei Hunden mit Mundgeruch empfiehlt sich eine regelmäßige Zahnpflege. Durch Kauartikel oder das regelmäßige Zähneputzen kann man einige der bereits entstanden
Bakterien wieder abtöten.

Das Zähneputzen ist dabei die effektivste Lösung für eine gute Mundhygiene. Es empfiehlt sich, 1-2x pro Woche während der Eingewöhnungsphase zu putzen, bei Zahnstein täglich. Ebenfalls sollte regelmäßig überprüft werden, ob sich Futterreste zwischen den Zähnen des Hundes angesammelt haben.

3. Krankheiten

Um schwerwiegendere Krankheitsbilder ausschließen zu können, empfehlen sich regelmäßige Tierarztbesuche für eine Routinezahnbehandlung.

Bei einer sogenannten Zahnprophylaxe wird dem Hund - falls nötig - der Zahnstein entfernt oder eine allgemeine Zahnreinigung durchgeführt.

AusnahmeN: Welpen und Minis

1. Mundgeruch beim Welpen

Durch den Zahnwechsel oder die Lockerung eines Zahnes bei Welpen können Keime tiefer in die Maulschleimhaut eindringen. Die tiefen Zahntaschen ermöglichen den Bakterien eine rasche Vermehrung, wodurch sich das Zahnfleisch entzünden kann. Diese Mundgeruch erzeugenden Symptome sollten nach Ende des Zahnwechsels abflachen, falls nicht empfiehlt sich ein Besuch beim Tierarzt. Ein weiteres Krankheitsbild, das vermehrt bei Welpen eintritt und starke Zahnprobleme mit sich zieht, ist der persistierende Canini (=bleibende Milcheckzähne). Wird dieser nicht erkannt und behandelt, kann sich das Gebiss des Welpen verstellen und sekundär zu Zahnstein führen.

Mehr Bakterienwachstum bei kleinen Rassen:

Die enge und oft schräge Zahnstellung kleiner Hundekiefer begünstigt durch den fehlenden Abrieb beim Kauen die Entstehung von Zahnstein.

2. Mundgeruch bei kleinen Rassen

Ein auftretender Mundgeruch bei kleinen Rassen ist auf ihre engen und oft schräg positionierten Zähne zurückzuführen. Aus diesem Grund entstehen vermehrte Kieferfehlstellungen, die
Zahnstein begünstigen, da die selbstreinigende Wirkung des Gebisses durch Abrieb beim Kauen wegfällt. Zahnstein ist ein fester und übelriechender Belag der Zähne, der durch Überreste des Futters, Inhaltsstoffen des Speichels und Bakterien aus dem Maul des Hundes entstehen können. Zahnstein lagert sich auf der Zahnoberfläche und unter dem Zahnfleisch ab und befällt vermehrt die Fang- und Backenzähne des Hundes.

Unser Fazit

Der Mundgeruch beim Hund kann ein sehr nervenaufreibendes und unangenehmes Thema sein. Tritt ein temporärer Mundgeruch auf, beispielsweise vor oder nach der Futtereinnahme, kann man diesen als harmlosen Mundgeruch einstufen. Hierbei reicht bereits eine routinierte Zahnhygiene oder eine veränderte Futterzusammenstellung.

Trotz alledem kann ein anhaltender und zunehmender Mundgeruch auch ein Symptom oder eine Begleiterscheinung organischer Krankheiten sein. Somit ist es äußerst wichtig, den Mundgeruch früh zu adressieren. Denn eine systemische Ausbreitung der Bakterien im Maul kann sich letztendlich bis zum Herzen ausbreiten und dieses schädigen.


Liebe Grüße, Eure Helena

Quellen und weiterführende Links:

 1: DR.MED.VET. Tina Hölscher (2020), Abhilfe bei Mundgeruch von Hund und Katze, aktion tier – menschen für tiere e.V.,  https://www.aktiontier.org/artikel/abhilfe-bei-mundgeruch-von-hund-und-katze#:~:text=%E2%80%9ETolerieren%20die%20Tiere%20das%20Putzen,Mundgeruch%E2%80%9C%2C%20r%C3%A4t%20sie%20abschlie%C3%9Fend 

 

2: Dr. Hodeau (2020), Missverständnisse um Mundgeruch und Zahnstein bei Hunden und Katzen, Tierärztliche Fachpraxis an der Alten Spinnerei GmbH,  

https://www.tier-zahnmedizin.de/2020/11/26/missverst%C3%A4ndnisse-um-mundgeruch-zahnstein-bei-hunden-katzen/ 

 

3: Dr. Trillig (2022), Zahnstein – Ihr Tier hat Zahnstein, Tierklinig Trillig, 

 https://www.tierklinik-trillig.de/service/wissenswertes/zahnstein/