Umstellung von Welpen- auf Erwachsenenfutter: Was musst du beachten?

Die Welpen-Ernährung in den ersten Wochen nach der Geburt

In den ersten Wochen nach der Geburt wird ein Welpe, wie wir Menschen auch, mit Muttermilch versorgt. Dementsprechend ist sein Magen-Darm-Trakt hierauf ausgerichtet: Der Mageninhalt enthält größere Mengen des Enzyms Laktase, was für die Spaltung von Milchzucker verantwortlich ist. Ab einem Alter von 3-4 Wochen beginnt der Welpe nun zunehmend auch feste Nahrung zu sich zu nehmen und die Milchaufnahme verringert sich. Nun müssen alle benötigten Nährstoffe über das gegebene Futter zugeführt werden. Mit dieser sogenannten „Beifutter-Aufnahme“ verändert sich auch die Zusammensetzung der Magensäure und immer mehr Kohlenhydrat-spaltende Enzyme werden aktiv. Mit ca. 8 Wochen werden die meisten Welpen nicht mehr von der Hündin gesäugt und nehmen nur noch feste Nahrung zu sich. Ihr Verdauungstrakt entspricht jetzt nahezu dem eines ausgewachsenen Hundes.

Das erste Welpenfutter

Besonders in den ersten 6-8 Monaten haben Junghunde einen erhöhten Energie- und Nährstoffwechsel. Daher ist gerade in dieser Zeit ein spezielles, auf die Bedürfnisse von Welpen abgestimmtes Futter sehr wichtig. Dieses wird auch als Welpenfutter, Puppy Food oder Junior Food bezeichnet und sollte auf der Verpackung klar gekennzeichnet sein. Es sollte sich um ein Alleinfuttermittel handeln, da jegliche Zusätze den Nährstoffgehalt des kleinen Vierbeiners extrem stören und eine gesunde Entwicklung beeinträchtigen können. Geeignetes Hundefutter für die Wachstumsphase zeichnet sich vor allem durch einen hohen Energiegehalt, auf den Bedarf des Welpen abgestimmte Mineralstoffgehalte und hochwertige, leicht verdauliche Proteine von hoher Qualität aus. Lange Zeit galt eine Überversorgung mit Proteinen als schädlich und stand im Verdacht, Skeletterkrankungen zu verursachen. Wissenschaftliche Studien haben diese Theorie jedoch inzwischen widerlegt. Trotzdem sollte die Futtermenge strengstens kontrolliert werden, da ein überfütterter Welpe zunächst einmal nicht dick wird, sondern einfach schneller wächst, was sich nachweislich ein Leben lang auf die Gesundheit des Hundes auswirken kann.

Die schrittweise Umstellung von Welpen- auf Adultfutter

Schritt 1: Suche für dich und deinen Vierbeiner das richtige Futter aus. Zunächst müsst ihr euch zwischen Trocken- und Nassfutter entscheiden. Alternativ könnt ihr natürlich auch BARFEN – Für diese Form der Ernährung solltet ihr jedoch schon ein „fortgeschrittener“ Hundehalter sein, da hier einiges an Wissen erforderlich ist. Hier findest du mehr zu den Vor- und Nachteilen der einzelnen Futterarten. Des Weiteren solltest du prüfen, ob bereits Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien identifiziert wurden und diese Inhaltsstoffe direkt ausschließen. Insofern wir bereits ein Alleinfuttermittel für deine Rassenfamilie anbieten, können wir dir die weitere Suche durch den Hundefutter-Dschungel ersparen. Gemeinsam mit anderen Tierärzten, Hundeernährungswissenschaftlern und Hundeeltern haben wir für jede Rassenfamilie ein Futter entwickelt, welches genau auf die jeweiligen Bedürfnissen und Anforderungen zugeschnitten ist. Hier findest du mehr zu unserem rassenspezifischen Hundefutter.

Schritt 2: Der richtige Zeitpunkt der Futterumstellung von einem Welpen- auf ein Erwachsenenfuttermittel ist mit dem Abschluss der Wachstumsphase gekommen. Dein Vierbeiner hat nun seine endgültige Größe so gut wie erreicht. Diesen Zeitpunkt kannst du mithilfe unserer Wachstumskurven pro Rasse einsehen.

Growth curve female puppies
Growth curves male puppies

Schritt 3: Plane nun die Umstellung vom Welpen- auf das Adultfutter. Ingesamt empfehlen wir, diese langsam über einen Zeitrahmen von ca. 10 Tagen durchzuführen und den Anteil des neuen Futters schrittweise zu erhöhen.

 

Tag 1-3 Das bisherige Futter zu einem Viertel durch das neue Futter ersetzen
Tag 4-6 Das bisherige Futter nun zur Hälfte mit dem neuen Futter ersetzen
Tag 7-9 Das bisherige Futter nun zu drei Viertel mit dem neuen Futter ersetzen
Tag 1-3 Das bisherige Futter zu einem Viertel durch das neue Futter ersetzen
Tag 4-6 Das bisherige Futter nun zur Hälfte mit dem neuen Futter ersetzen
Tag 7-9 Das bisherige Futter nun zu drei Viertel mit dem neuen Futter ersetzen

Wichtig! Leidet dein Vierbeiner an starken Blähungen, Durchfall oder Erbrechen, obwohl du die Futterumstellung langsam vorgenommen hast? Wenn sich dies mehr als ein paar Tage hinzieht, solltest du einen Tierarzt kontaktieren. Insbesondere bei Durchfall hilft auch eine 24h Fastenkur mit anschließender Schonkost.

Hast du Fragen zu unserem Adult-Hundefutter oder zum Umstellungsprozess? Dann melde dich gerne bei uns unter info@heyholy.com oder auf Instagram.

 

 

Liebe Grüße,

eure

  • Aktuell bieten wir Futter für Retriever, Bulldoggen und Schäferhunde an

  • Dein Vierbeiner gehört nicht dazu? 

Du würdest gerne tiefer in dieses Thema einsteigen? Hier findest du weiterführende Literatur und Quellen:

1: Zentek, J. (2016) (Hrsg. 8), Ernährung des Hundes, aktualisierte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag

2: Kohn, B.; Schwarz, G. (2017) (Hrsg. 12), Praktikum der Hundeklinik, aktualisierte Auflage, Stuttgart: Enke Verlag

3: Bolbecher, Giesela; Dillitzer, Natalie (2020) (Hrsg. 1), Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze, 1. Auflage, Stuttgart: Thieme