Unterschiede Arbeitslinie vs. Showlinie bei den Retrievern

Unterschie-de Arbeits-linie vs. Showlinie bei den Retrievern

Lesezeit: 5 min.

Autor: Helena, Veterinärmedizinerin

28. September 2022

Was bedeutet Arbeitslinie und Showlinie bei Retrievern?

Der Retriever kommt ursprünglich aus Großbritannien, wo er insbesondere für die Jagd gezüchtet wurde. Im Laufe der Jahre haben sich in der Zucht zwei Linien herausgebildet: die Arbeitslinie und die Showlinie.

Die Unterschiede der beiden Linien werden nicht nur in Größe und Gewicht, sondern auch in ihrem Temperament sichtbar. Hunde der Arbeitslinie werden insb. für die Jagd und den Hundesport eingesetzt und sind dementsprechend kleiner und wiegen weniger, die etwas größeren Artgenossen der Showlinie trifft man häufiger als Familienhunde an. Obwohl die Linien klare Unterschiede aufweisen, sind beide sehr verträgliche, anhängliche und treue Begleiter.

Die Arbeitslinie (Field-Trial Linie)

Golden Retriever und Labradore aus der Arbeitslinie werden auch Field-Trial-Retriever genannt. In der Zucht steht die sportliche Leistung im Vordergrund: Retriever der Arbeitslinie haben eine hohe Lernbereitschaft, und eignen sich besonders für den Hundesport – z.B. für die Dummyarbeit, das Mantrailing oder die Jagd. Jagdlich eingesetzt werden die Hunde darauf trainiert erlegtes Wild zu apportieren. Daher kommt auch der Name Retriever – „retrieve“ im Englischen bedeutet zurückbringen.

Auch hinsichtlich Größe und Gewicht unterscheiden sich Labradore und Golden Retriever der Arbeitslinie – sie haben i.d.R. eine schlankeren und leichteren Körperbau als ihre Verwandten der Showlinie. Ihr Kopf ist schmäler, mit einer längeren Schnauze. Das Fell der Arbeitslinie ist tendenziell dunkler gefärbt, und die Länge ihres Fells ist kurz gehalten, damit es leichter zu pflegen ist.

Wie alle Hunde der Arbeitslinie sind auch die Retriever in der Haltung tendenziell anspruchsvoller als ihre Artgenossen der Showlinie, und möchten geistig und physisch gefordert werden. Gepaart mit ihrem hohen Arbeitseifer sind Retriever der Arbeitslinie häufig nervöser als Retriever der Showlinie. Wenngleich immer auf das individuelle Wesen ankommt, werden Retriever der Arbeitslinie deshalb erfahrenen Hundehaltern empfohlen.

Die Showlinie 

Retriever der Showlinie sind aufgrund ihres gemütlichen und gutmütigen Wesens beliebte Familienhunde. In der Zucht steht das Aussehen im Vordergrund und weniger der sportliche Einsatz. Der Jagdtrieb ist wenig bis gar nicht ausgeprägt, und auch der Arbeitseifer der Labradore und Golden Retriever tritt weniger zum Vorschein als bei der Arbeitslinie. Als Therapie- und Assistenzhunde sind Retriever der Showlinie aber sehr beliebt.

Golden Retriever und Labradore der Showlinie sind größer und stämmiger gebaut, und haben einen breiteren Kopf mit einer kürzeren und eher quadratischen Schnauze. Ihr Fell ist meist heller und länger, was auch dazu führt, dass sie im Vergleich zur Arbeitslinie etwas mehr haaren.

Hunde der Showlinie neigen dazu, entspannter zu sein als ihre Artgenossen der Arbeitslinie. So werden sie häufig auch den Hundebesitzern empfohlen, die keine oder wenig Erfahrung mit Hunden mitbringen.

 

Der Rassestandard

Der FCI Standard definiert eine ausgewogene Mischung aus Show- und Arbeitslinie als Rassestandard – den sogenannten Dual-Purpose-Typ. Dual-Purpose lässt sich aus dem Englischen in doppelter Einsatz übersetzen, und bedeutet, dass der Rassenstandard des Retrievers heute sowohl auf sein schönes Aussehen als auch den Arbeitswillen ausgerichtet ist. Laut dem FCI sollten ausgewachsene Rüden eine Widerristhöhe von 56 - 61 cm erreichen, und Hündinnen 51 - 56 cm.

In der Zucht ist es nichtsdestotrotz geläufig, in die Show- und Arbeitslinie zu unterscheiden – um den unterschiedlichen Einsatzformen, aber auch ihrem abweichenden Aussehen, gerecht zu werden.

 

Unser Fazit

Egal ob Labrador oder Retriever, Arbeitslinie oder Showlinie.

Wir bei HEY HOLY wissen, aufgrund bestimmter genetischer Unterschiede sind einzelne Rassen, wie die Retriever Rassenfamilie, für bestimmte Krankheiten oder Fehlentwicklungen anfälliger als andere.

Daher haben wir uns bei HEY HOLY dazu entschlossen, unser Futter auf die jeweilige Rassenfamilie und ihre speziellen Anforderungen zuzuschneiden – anstatt ein weiteres Einheitsfutter anzubieten, um den genetischen Bedürfnissen jeder Rasse gerecht zu werden.

 

Liebe Grüße,

eure Helena