Ernährung Medizinisch

Pferdefleisch als Hundefutter

Autorin: Helena, Veterinärmedizinerin August 2026

Pferdefleisch für Hunde ist eine magere, gut verdauliche Proteinquelle, die vor allem dann einen Vorteil bringt, wenn dein Hund sie noch nie gefressen hat. Als Ausweichprotein bei Verdacht auf eine Futtermittelunverträglichkeit kann Pferd sinnvoll sein. Eine Therapie ist es nicht. Ob es passt, hängt von der Futtergeschichte deines Hundes ab, von der Qualität des Produkts und davon, ob überhaupt das Futter das Problem ist.

Hast du auch ein kleines Futtersensibelchen zu Hause? Oder neigt dein Hund überdurchschnittlich häufig zu Erbrechen oder Durchfall? Dann hast du sicherlich schon einmal die Empfehlung gehört, das Hundefutter auf Pferdefleisch umzustellen. Pferdefleisch als Hundefutter, ob im Trockenfutter, als Nassfutter oder BARF, wird meist als erste Universallösung empfohlen oder ausprobiert, wenn Futtermittelallergien oder -unverträglichkeiten vermutet werden.

Aber ist das Pferdefleisch für den Hund wirklich so ein Alleskönner? In diesem Artikel bekommst du die tierärztliche Einordnung: was Pferdefleisch ernährungsphysiologisch kann, wann es die richtige Wahl ist, wann nicht, woher es kommt und woran du ein gutes Produkt erkennst.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Gut verträglich, aber nicht magisch: Pferdefleisch ist mager, eiweißreich und gut verdaulich. Hypoallergen ist es nur deshalb, weil es selten gefüttert wird, nicht wegen einer besonderen Eigenschaft des Fleisches.
  • Neu muss es sein: Pferd wirkt bei einer Ausschlussdiät nur, wenn dein Hund es vorher noch nie bekommen hat. Sonst ist es einfach nur eine weitere Fleischsorte.
  • Die häufigsten Auslöser sind andere: Bei Hunden stehen Rind, Milchprodukte, Huhn und Weizen ganz oben auf der Allergenliste.
  • Ausschlussdiät braucht Zeit: Mindestens 8 Wochen konsequent nur eine Proteinquelle, ohne Leckerli, ohne Kauartikel, ohne Ausnahmen.
  • Deklaration ist der Knackpunkt: In einer italienischen Untersuchung entsprachen nur 10 von 40 Ausschlussdiät-Futtern der Angabe auf der Verpackung.
  • Herkunft lohnt den Blick: Pferde werden in der EU grundsätzlich als Lebensmittel liefernde Tiere geboren, der Schlachtstatus wird aber im Equidenpass geführt und ist in der Praxis nicht immer sauber dokumentiert.

Ist Pferdefleisch für Hunde gesund?

Ja, Pferdefleisch ist für Hunde gesund, solange es Teil einer bedarfsdeckenden Ration ist. Es liefert hochwertiges tierisches Eiweiß, ist vergleichsweise fettarm und gut verdaulich. Als alleiniges Futter reicht Muskelfleisch allerdings nie aus, weil Calcium, Jod, Vitamine und Spurenelemente ergänzt werden müssen.

Pferdefleisch als Hundefutter kann verschiedene Vorteile für die Ernährung deines Fellfreundes bieten. Es enthält wie andere rote Fleischsorten wertvolle Mineralstoffe, darunter Eisen, das als Bestandteil des Hämoglobins den Sauerstofftransport im Blut ermöglicht, sowie Kalium, das für Muskel- und Herzfunktion gebraucht wird.

Eine echte Besonderheit liegt im Fettprofil. Pferde sind Dickdarmfermentierer und verarbeiten Futterfette anders als Wiederkäuer. Eine Übersichtsarbeit im Fachjournal Meat Science beschreibt das Fettsäuremuster von Pferdefleisch als eigenständig, mit einem im Vergleich zu Rindfleisch deutlich höheren Anteil ernährungsphysiologisch günstiger mehrfach ungesättigter Fettsäuren, insbesondere Omega-3-Fettsäuren, sowohl im Depot- als auch im Muskelfett (Belaunzaran et al., 2015).

Um die Verdauung deines Hundes zu fördern, ist Muskelfleisch oft die bessere Wahl, da es weniger bindegewebsreich ist als Innereien und damit deutlich besser verdaulich und hochwertiger ist. Achte beim Kauf des Pferdefleischs darauf, dass möglichst wenig Innereien enthalten sind. Das gilt übrigens unabhängig von der gewählten Fleischsorte. Auch der eher niedrige Fettgehalt und die gute Verträglichkeit des Pferdefleisches können der Gesundheit deines Vierbeiners zuträglich sein, gerade bei Hunden, die zu Übergewicht neigen oder einen empfindlichen Magen haben.

Was ist das Besondere an Pferdefleisch im Hundefutter?

Das Besondere an Pferdefleisch ist nicht seine Zusammensetzung, sondern seine Seltenheit. Weil Pferd in Standardfuttern kaum vorkommt, sind die meisten Hunde damit nie in Kontakt gekommen. Genau das macht es zum sogenannten Novel Protein, also zu einem für den Hund neuen Eiweiß, auf das sein Immunsystem noch nicht reagieren gelernt hat.

Hundefutter mit Pferdefleisch wird mittlerweile in mannigfaltigen Versionen zum Kauf angeboten. Bei hochwertigen Futtermitteln handelt es sich hier meist um ein Monoproteinfutter. Es ist also keine andere Fleischsorte als Pferd in diesem Futter verarbeitet. Wenn du gezielt ein Hundefutter nur mit Pferd suchst, ist genau das die Eigenschaft, auf die es ankommt. Was Monoprotein-Futter genau bedeutet und wo die Grenzen des Begriffs liegen, haben wir separat erklärt.

Pferdefleisch gehört bereits zu den etwas exotischeren Fleischsorten, da es in den „Standard-Futtern“ in der Regel nicht verarbeitet wird. Diese exotischeren Fleischsorten sind eine begrenzte Ressource: Jedes Protein, das dein Hund einmal gefressen hat, steht für eine spätere Ausschlussdiät nicht mehr zur Verfügung. Deshalb gilt die tierärztliche Faustregel, seltene Proteine nicht wahllos durchzuprobieren, sondern gezielt einzusetzen. Für dich heißt das: Wenn du Pferd fütterst, dann bewusst und mit einem Plan, nicht als spontanen Versuch zwischendurch.

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Pferdefleisch bei Futtermittelallergie: wann es hilft und wann nicht

Pferdefleisch hilft bei einer Futtermittelallergie genau dann, wenn dein Hund das Protein vorher noch nie gefressen hat und es über mehrere Wochen als einzige Eiweißquelle bekommt. Es wirkt nicht, weil Pferd besser verträglich wäre, sondern weil das Immunsystem es nicht kennt. Bekannte Proteine bleiben problematisch, egal wie exotisch das neue Fleisch klingt.

Das erklärt auch, warum die Allergiestatistik so aussieht, wie sie aussieht. In einer systematischen Auswertung der verfügbaren Studienlage waren die wahrscheinlichsten Auslöser futterbedingter Hautreaktionen beim Hund Rind, Milchprodukte, Huhn und Weizen (Mueller et al., 2016). Das sind schlicht die Zutaten, die am häufigsten im Napf landen. Pferd taucht dort nicht auf, weil es kaum gefüttert wird, nicht weil es eine Sonderstellung hätte.

Die einzige verlässliche Methode, eine Futtermittelallergie zu erkennen, ist die Ausschlussdiät, auch Eliminationsdiät genannt. Dabei bekommt dein Hund über einen festgelegten Zeitraum ausschließlich eine Proteinquelle und eine Kohlenhydratquelle. Blut- und Speicheltests sind dafür nicht geeignet. Eine kritische Aufarbeitung der Studienlage kommt zu dem Schluss, dass eine Ausschlussdiät mindestens 8 Wochen dauern sollte, weil erst dann bei mehr als 90 % der betroffenen Hunde und Katzen eine vollständige Rückbildung der Symptome zu sehen ist (Olivry et al., 2015). Nach 5 Wochen sind es bereits über 80 %, wer früher abbricht, verschenkt also die Aussagekraft.

Der häufigste Grund, warum eine Ausschlussdiät scheitert, ist nicht das falsche Protein, sondern ein Leckerli zwischendurch. Kauartikel, Zahnpflegesnacks, aromatisierte Medikamente und der Rest vom Frühstückstisch zählen alle mit. Und es gibt einen zweiten Stolperstein, den kaum jemand auf dem Schirm hat: Nicht überall, wo Pferd draufsteht, ist ausschließlich Pferd drin.

10 von 40
untersuchten Ausschlussdiät-Futtern entsprachen im Labortest der Deklaration auf der Verpackung (Ricci et al., 2018)

Eine italienische Arbeitsgruppe hat 40 handelsübliche Futter untersucht, die für Ausschlussdiäten vermarktet werden, und die enthaltenen Tierarten per DNA-Analyse bestimmt. Nur 10 Produkte stimmten mit der Deklaration überein. In 23 Produkten fanden sich Tierarten, die gar nicht auf dem Etikett standen, am häufigsten Schwein, Huhn und Pute. In 5 Produkten fehlte sogar die deklarierte Tierart (Ricci et al., 2018). Für eine Ausschlussdiät ist das fatal, weil eine einzige unerkannte Verunreinigung das gesamte Ergebnis wertlos macht.

Deshalb gehört jede vermutete Futtermittelallergie in tierärztliche Hände. Deine Tierarztpraxis kann andere Ursachen wie Parasiten, Umweltallergien oder Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts ausschließen und die Diät begleiten. Einen Überblick über das Thema bekommst du in unserem Allergieguide, wie HEY HOLY Rezepturen entwickelt, kannst du auf unserer Seite zur Wissenschaft nachlesen.

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Woher kommt das Pferdefleisch im Hundefutter?

Das Pferdefleisch im Hundefutter stammt zu einem großen Teil von Schlachtpferden aus Europa und aus Importen, vor allem aus Süd- und Nordamerika. In Deutschland sind es häufig ausgediente Sport- oder Reitpferde, die aufgrund einer Erkrankung oder ihres Alters geschlachtet werden. Das ist ein wichtiger Unterschied zu Rind oder Huhn, die von Anfang an für die Lebensmittelgewinnung aufgezogen werden.

Rechtlich ist das klar geregelt. Pferde werden in der EU grundsätzlich als Lebensmittel liefernde Tiere geboren, wie Rinder oder Schweine. Für sie gelten deshalb Beschränkungen bei den Arzneimitteln. Zusätzlich zu den Wirkstoffen der Rückstandshöchstmengenverordnung dürfen bei Pferden Wirkstoffe der sogenannten Positivliste eingesetzt werden, ohne dass das Tier seinen Schlachtstatus verliert. Voraussetzung ist ein Eintrag im Equidenpass und eine Wartezeit von 6 Monaten. Das bekannte Schmerzmittel Phenylbutazon wurde bewusst nicht in die Positivliste aufgenommen, weil es für dieselben Indikationen zugelassene Alternativen gibt (Regierungspräsidien Baden-Württemberg, Stand April 2024).

Braucht ein Pferd ein Medikament, das weder nach Rückstandshöchstmengenverordnung noch über die Positivliste zulässig ist, kann der Schlachtstatus geändert werden. Das Pferd wird dann per Eintrag im Equidenpass unwiderruflich von der Schlachtung zum menschlichen Verzehr ausgeschlossen. Seit der Equidenpassverordnung von 2021 darf diesen Eintrag nur noch die Tierärztin, der Tierarzt oder die zuständige Behörde vornehmen, nicht mehr die Halterin oder der Halter selbst.

Die Kontrolle in der Praxis ist trotzdem nicht lückenlos, und das sagt die Aufsichtsbehörde selbst: Stichproben in Tierarztpraxen und auf Reitturnieren zeigen immer wieder, dass Lebensmittel liefernde Pferde wie nicht Lebensmittel liefernde Tiere behandelt werden, mit möglichen Folgen für den Verbraucherschutz (Regierungspräsidien Baden-Württemberg, Stand April 2024). Zwar gibt es also Regularien, welche Medikamente verabreicht worden sein dürfen und welche nicht, die Überprüfung der Medikation ist aber teilweise schwierig.

Eine Alternative ist Pferdefleisch aus dem Ausland, wo Pferde zum Zweck der Fleischgewinnung gezüchtet und getötet werden. Die Haltungs- und Transportbedingungen in einzelnen Exportländern werden aus Tierschutzsicht seit Jahren kritisiert. Wenn dir dieser Punkt wichtig ist, achte auf Hersteller, die die Herkunft ihres Pferdefleisches offenlegen und benennen können.

Trockenfutter, Nassfutter oder BARF mit Pferd?

Alle drei Futterarten funktionieren mit Pferd. Trockenfutter mit Pferd ist am einfachsten zu dosieren und als Alleinfutter bedarfsdeckend, Nassfutter punktet mit Feuchtigkeit und Akzeptanz, BARF gibt dir die volle Kontrolle über die Zutaten, verlangt dafür aber eine korrekt berechnete Ration. Für eine Ausschlussdiät ist die Futterart zweitrangig, entscheidend ist die Reinheit der Proteinquelle.

Futterart Stärken bei Pferd Worauf du achten musst
Trockenfutter Als Alleinfutter bedarfsdeckend, exakt dosierbar, gut lagerbar, meist die günstigste Variante pro Tagesration Fleischanteil und Deklaration prüfen. Auch Fette, Hydrolysate und Aromen können von anderen Tierarten stammen
Nassfutter Hoher Feuchtigkeitsanteil, oft bessere Akzeptanz bei mäkeligen Hunden, kurze Zutatenlisten möglich Unterscheide Alleinfutter von Ergänzungsfuttermittel. Reines Fleisch in der Dose deckt den Bedarf nicht
BARF Volle Kontrolle über jede Zutat, ideal, wenn du eine Ausschlussdiät sehr streng führen willst Ration muss berechnet werden, sonst drohen Mängel bei Calcium, Jod und Vitaminen. Hygiene ist Pflicht

Wenn du zwischen den Futterarten schwankst, hilft dir unser Vergleich BARFen vs. Trockenfutter vs. Nassfutter weiter. Für die Frage der Verträglichkeit ist am Ende weniger die Konsistenz entscheidend als das, was tatsächlich in der Rezeptur steckt.

Pferd ist eine Proteinquelle, keine Therapie.
Es wirkt, weil dein Hund es nicht kennt. Nicht, weil es besser wäre als anderes Fleisch.

Wie viel Pferdefleisch darf mein Hund fressen?

Wie viel Pferdefleisch dein Hund fressen darf, hängt davon ab, ob es sein Hauptfutter ist oder eine Ergänzung. Bei einem Alleinfutter mit Pferd gilt die Fütterungsempfehlung des Herstellers, angepasst an Gewicht, Alter und Aktivität. Als Topping oder Leckerli sollte Pferdefleisch nur einen kleinen Teil der Tagesration ausmachen, sonst gerät die Nährstoffbilanz aus dem Gleichgewicht.

Der Grund ist simpel: Reines Muskelfleisch enthält kaum Calcium, kein Jod und wenig fettlösliche Vitamine. Fütterst du zu viel davon zusätzlich, verdünnst du die durchdachte Rezeptur des Alleinfutters und schaffst genau die Ungleichgewichte, die du eigentlich vermeiden willst. Wie viel Futter dein Hund insgesamt braucht, kannst du mit unserem Futterrechner bestimmen.

Bleibt die Frage roh oder gekocht. Beides ist möglich. Rohes Pferdefleisch behält Nährstoffe, die beim Erhitzen verloren gehen, kann aber Bakterien und Parasiten übertragen. Gekochtes Fleisch ist hygienisch sicherer, dafür gehen hitzeempfindliche Vitamine teilweise verloren. Wenn du roh fütterst, kaufe bei Anbietern mit durchgehender Kühlkette, friere das Fleisch vor der Verfütterung ausreichend lange tief ein und halte in der Küche dieselbe Hygiene ein wie bei rohem Fleisch für Menschen, also eigene Bretter, eigene Messer, gründliches Händewaschen. Gekocht wird ohne Salz, Gewürze und Zwiebeln.

Mein Hund verträgt Pferdefleisch nicht: Durchfall, Blähungen und Hautreaktionen

Wenn dein Hund Pferdefleisch nicht verträgt und mit Durchfall, Blähungen oder Erbrechen reagiert, liegt das in den meisten Fällen nicht am Pferd selbst, sondern an der Umstellung. Ein Wechsel der Proteinquelle verändert die Zusammensetzung der Ration und braucht Zeit. Die Darmflora muss sich anpassen, und das dauert Tage bis Wochen.

Diese Ursachen kommen am häufigsten infrage:

  • Zu schnelle Futterumstellung: der mit Abstand häufigste Grund. Plane 2 bis 3 Wochen ein und mische das neue Futter schrittweise unter, wie in unserem Guide zur Futterumstellung beim Hund beschrieben.
  • Zu hoher Innereien- oder Fettanteil: vor allem bei BARF-Mischungen und Dosen mit hohem Innereienanteil. Das führt zu weichem Kot und Blähungen, ohne dass eine Unverträglichkeit vorliegt.
  • Zu große Portion auf einmal: ein Schwall Pferdefleisch als Topping überfordert den Magen. Bei manchen Hunden zeigt sich das als Aufstoßen, Schmatzen oder Grasfressen, also Anzeichen, die auf Sodbrennen beim Hund hindeuten können.
  • Eine echte Reaktion auf Pferd: möglich, aber selten. Sie zeigt sich meist nicht nur am Magen-Darm-Trakt, sondern auch an Haut und Ohren, mit Juckreiz, Pfotenlecken und wiederkehrenden Entzündungen.
  • Eine ganz andere Ursache: Giardien, Würmer, eine Pankreatitis oder eine chronische Darmerkrankung machen keine Pause, nur weil du das Futter wechselst. Mehr dazu findest du bei Giardien beim Hund und in unserem Beitrag zu Blähungen beim Hund.

Führe in dieser Phase am besten ein kurzes Futtertagebuch: Was gab es wann, wie sah der Kot aus, gab es Juckreiz. Das spart deiner Tierarztpraxis viel Ratearbeit. Welche Kotkonsistenz noch normal ist und welche nicht, kannst du in unserer Übersicht zu den Kot-Arten beim Hund nachschlagen.

Pferdewurst, Pferdeleckerli und Kauartikel vom Pferd

Pferdewurst und Pferdeleckerli sind für Hunde in kleinen Mengen unbedenklich, solange sie ohne Salz, Gewürze und Zusatzstoffe für den menschlichen Verzehr hergestellt wurden. Sinnvoll sind sie vor allem als Belohnung für Hunde, die auf gängige Fleischsorten empfindlich reagieren. Als Nahrungsergänzung oder Futterersatz taugen sie nicht.

Wichtig ist der Blick auf die Zutatenliste, und zwar aus zwei Gründen. Erstens sind Wurstprodukte für Hunde oft Mischprodukte: „Pferdewurst“ heißt nicht automatisch, dass ausschließlich Pferd enthalten ist. Zweitens sind Leckerli und Kauartikel der häufigste Grund, warum eine Ausschlussdiät scheitert. Wenn dein Hund gerade eine Diät macht, müssen auch Sehnen, Kopfhaut, Ohren und Zahnpflegesnacks aus derselben Proteinquelle stammen oder komplett wegfallen.

Und noch etwas, das im Alltag gerne untergeht: Für Menschen hergestellte Pferdewurst ist meist gepökelt und stark gesalzen. Solche Produkte gehören nicht in den Hundenapf. Greif lieber zu Snacks, bei denen die Rezeptur von Anfang an für den Hund entwickelt wurde.

Snacks mit klarer Zutatenliste: unsere Leckerlis sind rassenspezifisch entwickelt und offen deklariert.
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Woran du gutes Hundefutter mit Pferd erkennst

Gutes Hundefutter mit Pferd erkennst du an einer offenen Deklaration mit Prozentangaben, an einer einzigen tierischen Proteinquelle über alle Zutaten hinweg und an einer kurzen, nachvollziehbaren Zutatenliste. Der Fleischanteil sollte konkret beziffert sein, nicht in Sammelbegriffen verschwinden. Die Herkunft des Fleisches sollte der Hersteller auf Nachfrage benennen können.

Die größte Falle ist die geschlossene Deklaration. Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ oder „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ erlauben es dem Hersteller, die Zusammensetzung chargenweise zu ändern. Für einen sensiblen Hund ist das ein Blindflug. Achte außerdem darauf, dass auch die Fette, Hydrolysate und Aromen aus derselben Tierart stammen, sonst ist die Monoprotein-Idee an genau der Stelle durchbrochen, wo sie zählt.

Hundefutter mit Pferd im Check

Warnsignale

  • ❌ „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ ohne Tierart
  • ❌ Kein bezifferter Fleischanteil in Prozent
  • ❌ Tierische Fette oder Aromen ohne Herkunftsangabe
  • ❌ Werbeversprechen wie „hypoallergen“ ohne Rezepturbeleg
  • ❌ Ergänzungsfuttermittel, das wie ein Alleinfutter aussieht

Qualitätsmerkmale

  • ✅ Pferd namentlich genannt, mit Prozentangabe
  • ✅ Nur eine tierische Proteinquelle, auch bei Fetten
  • ✅ Kurze Zutatenliste ohne Zucker und künstliche Aromen
  • ✅ Als Alleinfuttermittel gekennzeichnet
  • ✅ Herkunft und Produktion transparent benannt

Alternativen zu Pferdefleisch

Wenn bei deinem Hund eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit diagnostiziert oder vermutet wird, gibt es neben Pferdefleisch als Eliminationsdiät auch andere und zum Teil bessere Alternativen, um die Verdauung deines Vierbeiners wieder ins Lot zu bringen. Welche davon passt, hängt davon ab, was dein Hund bisher gefressen hat.

Monoproteindiät mit einem anderen neuen Protein
Die meisten Futtermittelreaktionen bei Hunden finden auf Futterproteine statt. Nun gilt es herauszufinden: Welche Proteine sind überhaupt alle in meinem Futter vorhanden und auf welches reagiert mein Hund wohl? Dazu muss nicht zwingend eine exotische Fleischquelle verfüttert werden, es reicht ebenso, auf ein normales Monoproteinfutter mit einem für deinen Hund neuen Protein umzustellen und so nach dem Ausschlussprinzip zu arbeiten. Dazu muss eine Proteinquelle mindestens 8 Wochen gefüttert werden, um den Effekt beurteilen zu können.

Hydrolysierte Diäten aus der Tierarztpraxis
Bei hydrolysierten Futtern sind die Proteine so weit aufgespalten, dass das Immunsystem sie schlechter erkennt. Sie kommen dann infrage, wenn die Futtergeschichte deines Hundes unklar ist oder er schon sehr viele Proteinquellen kennt. Diese Futter gehören in tierärztliche Hand.

Hundefutter ohne Getreide
Ein hoher Getreideanteil bringt viel Stärke und wenig tierisches Eiweiß in den Napf, und Weizen zählt zu den häufiger genannten Auslösern futterbedingter Reaktionen beim Hund. Eine getreidefreie Rezeptur kann den Verdauungstrakt deshalb entlasten. Ein Getreideverzicht allein ist aber keine Allergietherapie, entscheidend bleibt die Proteinquelle.

Hundefutter ohne Zucker, Aromen oder Konservierungsstoffe
Der gesamte Verarbeitungsprozess hinterlässt seine Spuren im Hundefutter. Deshalb sollte bei der Produktion so viel Wert wie möglich auf ein naturnahes Endprodukt gelegt werden. Auf alle Zusatzstoffe, die nicht notwendig sind, sollte selbstverständlich verzichtet werden.

Ergänzung von Prä- und Probiotika
Bei wiederkehrenden Verdauungsproblemen kann eine grundlegende Schwäche im Mikrobiom und der Darmgesundheit vorliegen. Hier würde auch eine Umstellung auf eine andere Proteinquelle keine langfristige Abhilfe schaffen. Eine Unterstützung des Darms durch Prä- und Probiotika, zum Beispiel mit unserer Magen-Darm-Kur Digestive Delight, kann hier stattdessen sinnvoll sein. Was bei akuten Beschwerden zusätzlich hilft, liest du in unserem Beitrag zu Magen-Darm-Erkrankungen beim Hund.

Häufige Fragen

Ist Pferdefleisch für Hunde gesund?

Ja. Pferdefleisch liefert hochwertiges tierisches Eiweiß, ist mager und gut verdaulich, und sein Fettsäureprofil enthält im Vergleich zu Rindfleisch mehr mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Als alleiniges Futter reicht reines Muskelfleisch aber nicht aus, weil Calcium, Jod, Vitamine und Spurenelemente fehlen. Gesund ist Pferdefleisch für deinen Hund also im Rahmen einer bedarfsdeckenden Ration.

Dürfen Hunde Pferdefleisch roh fressen?

Ja, Hunde dürfen Pferdefleisch roh fressen. Rohes Fleisch kann jedoch Bakterien und Parasiten übertragen, deshalb solltest du es vor dem Verfüttern ausreichend lange tiefgefroren lagern und in der Küche strikte Hygiene einhalten. Gekocht ist Pferdefleisch hygienisch sicherer, verliert dabei aber einen Teil der hitzeempfindlichen Vitamine. Gewürzt, gesalzen oder gepökelt gehört es nie in den Napf.

Wie viel Pferdefleisch darf ein Hund am Tag fressen?

Das hängt davon ab, ob Pferdefleisch das Hauptfutter oder eine Ergänzung ist. Bei einem Alleinfutter mit Pferd richtest du dich nach der Fütterungsempfehlung des Herstellers und dem Gewicht deines Hundes. Als Topping oder Leckerli sollte Pferdefleisch nur einen kleinen Teil der Tagesration ausmachen, sonst verdünnst du die Nährstoffbilanz des Alleinfutters. Der Futterrechner hilft dir bei der Gesamtmenge.

Warum bekommt mein Hund von Pferdefleisch Durchfall?

Meist liegt es an einer zu schnellen Futterumstellung, an einem hohen Innereien- oder Fettanteil oder an einer zu großen Portion. Eine echte Unverträglichkeit gegen Pferd ist selten und zeigt sich in der Regel zusätzlich an Haut und Ohren. Hält der Durchfall länger als drei Tage an, kommt Blut dazu oder wirkt dein Hund matt, lass ihn tierärztlich untersuchen.

Ist Hundefutter mit Pferd für Allergiker geeignet?

Es kann geeignet sein, wenn dein Hund Pferd noch nie gefressen hat und das Futter konsequent als einzige Proteinquelle gefüttert wird. Pferd ist nicht von Natur aus hypoallergen, es ist nur selten. Achte auf eine echte Monoprotein-Rezeptur und darauf, dass auch Fette, Hydrolysate und Snacks aus derselben Tierart stammen. Eine Ausschlussdiät sollte immer tierärztlich begleitet werden.

Ist Pferdewurst für Hunde gesund?

Als gelegentliches Leckerli ist Pferdewurst unbedenklich, sofern sie speziell für Hunde hergestellt wurde und ohne Salz, Pökelstoffe und Gewürze auskommt. Für Menschen produzierte Pferdewurst ist meist stark gesalzen und gehört nicht in den Napf. Achte außerdem darauf, dass wirklich nur Pferd enthalten ist, denn viele Wurstprodukte für Hunde sind Mischprodukte.

Woher kommt das Pferdefleisch für Hundefutter?

Ein großer Teil stammt von Schlachtpferden aus Europa, häufig ausgediente Sport- und Reitpferde, sowie aus Importen aus Süd- und Nordamerika. Pferde werden in der EU grundsätzlich als Lebensmittel liefernde Tiere geboren, ihr Schlachtstatus wird im Equidenpass dokumentiert und kann nur durch Tierärzt:innen oder Behörden unwiderruflich geändert werden. Seriöse Hersteller nennen die Herkunft ihres Fleisches auf Nachfrage.

Wie viel Futter braucht dein Hund wirklich? Rechne es in einer Minute aus!

Zum Futterrechner

Unser Fazit

  1. Pferdefleisch ist für Hunde gesund: mager, eiweißreich, gut verdaulich und mit einem eigenständigen Fettsäureprofil.
  2. Seine Stärke bei Unverträglichkeiten liegt in der Seltenheit, nicht in einer besonderen Eigenschaft des Fleisches. Kennt dein Hund Pferd bereits, bringt es keinen Vorteil.
  3. Die häufigsten Auslöser futterbedingter Reaktionen beim Hund sind Rind, Milchprodukte, Huhn und Weizen. Deshalb lohnt sich der Blick auf das ganze Futter, nicht nur auf die Fleischsorte.
  4. Eine Ausschlussdiät braucht mindestens 8 Wochen, absolute Konsequenz und tierärztliche Begleitung. Leckerli sind der häufigste Grund für ein wertloses Ergebnis.
  5. Nicht überall, wo Pferd draufsteht, ist nur Pferd drin. Offene Deklaration mit Prozentangaben ist das wichtigste Qualitätskriterium.
  6. Reagiert dein Hund mit Durchfall oder Blähungen, ist meist die Umstellung zu schnell gelaufen. Bleibt es länger als drei Tage, gehört er in die Tierarztpraxis.
  7. Herkunft ist bei Pferd ein eigenes Thema. Wer transparent benennt, woher sein Fleisch stammt, hat den ersten Vertrauenspunkt verdient.
  8. Deine Hunderasse. Dein Futter. Und die Proteinquelle, die wirklich zu deinem Hund passt. 🐾

Über die Autorin

Helena Bröring-Veith, Med. Vet. ist Tierärztin im HEY HOLY Team. Sie hat an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert und vier Jahre in einer AniCura-Klinik praktiziert. Bei HEY HOLY begleitet sie als fachliche Reviewerin Inhalte rund um Tiergesundheit und Ernährung. Wissenschaftlich beraten wird HEY HOLY zusätzlich von Prof. Dr. Zentek (Lehrstuhl Tierernährung, FU Berlin).

Quellen

  • Mueller RS, Olivry T, Prélaud P: Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats. BMC Veterinary Research 2016;12:9. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26753610
  • Olivry T, Mueller RS, Prélaud P: Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (1): duration of elimination diets. BMC Veterinary Research 2015;11:225. bmcvetres.biomedcentral.com
  • Ricci R, Conficoni D, Morelli G, Losasso C, Alberghini L, Giaccone V, Ricci A, Andrighetto I: Undeclared animal species in dry and wet novel and hydrolyzed protein diets for dogs and cats detected by microarray analysis. BMC Veterinary Research 2018;14:209. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29945610
  • Belaunzaran X, Bessa RJB, Lavín P, Mantecón AR, Kramer JKG, Aldai N: Horse-meat for human consumption, current research and future opportunities. Meat Science 2015;108:74-81. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26047980