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Dackellähme ist keine Krankheit, die nur bei Dackeln auftritt. Meistens ist die Krankheit bei kurzbeinigen Rassen vertreten, weshalb sich der Name "Dackellähme" eingebürgert hat.

Der Ausdruck beschreibt die möglichen Folgen eines Bandscheibenvorfalls, welcher hin zu Lähmungserscheinungen führen kann. Aufgrund der Möglichkeit auf eine endgültige Querschnittslähmung, ist die Dackellähme immer ein Notfall.

Die Dackellähme tritt vermehrt bei kleinen Hunden mit kurzen Beinen als Folge eines Bandscheibenvorfalls auf.

Was ist Dackellähme?

Dackellähme, auch Diskopathie genannt, sind starke Rückenschmerzen bis hin zu Lähmungserscheinungen der Gliedmaßen beim Hund. Sie zeigen sich in Form von Bewegungsunfähigkeit der Hinterbeine und sind eine Folgeerscheinung eines Bandscheibenvorfalls.

Die Lähmung entsteht durch das Abquetschen von Rückenmarksnerven und dem damit einhergehenden Ausschluss von von der Nährstoffversorgung. Werden diese Nervenbahnen über einen längeren Zeitraum abgequetscht, können irreversible Schäden, wie z.B.  Lähmung der Hintergliedmaßen oder eine steife Kopf- und Halshaltung entstehen.

Dackelrassen sind auf Grund ihres langen, instabilen Rückens, vermehrt von der Krankheit
betroffen und sind aus diesem Grund auch Namensgeber der Krankheit. Zusätzlich bringt die genetisch bedingten Kleinwüchsigkeit  der kurzbeinigen Hunderassen angeborene
Knorpeldefekte mit sich. Die Knorpel Wachstumsstörung, auch Chondrodystrophie
genannt, sorgt für die Veränderung der Bandscheibe und macht daher kurzbeinige Hunderassen anfälliger für einen Bandscheibenvorfall.

Neben der Rassenfamilie des Dackels
sind unter anderem folgende Rassen vermehrt von der Dackellähme betroffen:

  • Französische Bulldogge
  • Jack Russel Terrier
  • Beagle
  • Welsh Corgi
  • Zwergpudel
  • Mops

Lähmungen können bei Hunden jeden Alters auftreten. Besonders bei französischen
Bulldoggen tritt ein Beginn der Krankheit deutlich früher auf. Zurückzuführen ist dies auf ihre teilweise deformierten Wirbel (Keil oder Schmetterlingswirbel). Somit haben sie bereits gehäuft zwischen dem 4.-8. Lebensjahr Probleme mit Bandscheibenvorfällen. Bei der Rassenfamilie der Dackel ist ein Auftreten der Dackellähmung oftmals erst in einem Alter von 10 bis 12 Jahren zu beobachten.

Der Dackellähme geht immer
ein Bandscheibenvorfall voraus.

Bei einem Bandscheibenvorfall handelt es sich nicht, wie der Name vermuten lässt umeinen „Vorfall“, sondern die Position der Bandscheibe, welche zwischen zwei Wirbelkörpern liegt, verlagert sich nach oben Richtung Rückenmark. Damit drückt die Scheibe nun gegen das Rückenmark und damit die Hauptlaufbahn aller Nervenbahnen.

Wie kommt es zu einer Verschiebung der Bandscheibe?

Bei kurzbeinigen Hunden wird der mittlere Teil der Wirbelsäule dauerhaft überdurchschnittlich stark belastet. Gut zu beobachten ist dieses Phänomen beim Dackel, da dieser einen überdurchschnittlich langen Rücken aufweist, wodurch es
sich kaum vermeiden lässt, dass vor allem der mittlere Teil der Wirbelsäule lebenslang
überdurchschnittlich belastet wird.  

Zu den weiteren Ursachen zählen:

  • Langfristige Überlastung z.B. durch steigendes Alter
  • Verlust der Elastizität der Bandscheiben durch Kalkablagerungen
  • Übergewicht, Fehl- oder Überbelastungen durch falsche Bewegungen
  • Genetische Vorbelastung durch Chondrodystrophie
  • Knorpelveränderungen und überdurchschnittlich viele Verkalkungen der Bandscheiben

Symtome der Dackellähme

Die ersten Anzeichen einer Dackellähme sind oft unauffällig und können leicht übersehen werden. Häufig bemerken die Besitzer erst, dass etwas nicht stimmt, wenn der Hund bereits Schwierigkeiten beim Treppensteigen hat oder seine Hinterbeine nicht mehr richtig benutzt. Auch ein unnatürliches Stehen oder Gehen des Hundes, sowie Veränderungen des Verhaltens können Anzeichen für eine Dackellähme sein.

Teilweise zeigen die Hunde auch ohne veränderten Bewegungsablauf andere Symtome, die oft nicht direkt auf die Krankheit schließen lassen. Beispielsweise kann es zu  schmerzbedingtem Erbrechen und scheinbar Bauchweh kommen  obwohl ihnen eigentlich der Rücken wehtut!

Der Faktor Zeit spielt bei den Heilungschancen der Dackellähmung eine große Rolle.
Je länger die Nervenbahnen im Rückenmark gequetscht bleiben, umso geringer sind
die Genesungschancen. Eine frühzeitige Diagnose ist daher wichtig, um die
Symptome zu lindern und den vorherigen, gesunden Zustand des Hundes wieder
herzustellen.

Erste Symptome einer Dackellähmung:

  • Hund taumelt, Gleichgewichtsprobleme
  • Jaulen bei Bewegungen
  • Bewegungsunlust, Humpeln
  • Verweigerung des Hochspringens oder des Treppen Steigens
  • Schmerzen durch das Liegen auf harten Untergründen

Symptome im weiteren Verlauf

Kommen neben den aufgeführten Symptomen noch folgende weitere Auffälligkeiten hinzu, befindet sich dein Hund in einem bereits fortgeschrittenerem Stadium der Dackellähmung:

  • Starke Bewegungseinschränkungen an Vorder- und/oder Hinterbeinen
  • Steifheit und ungewöhnliche Bewegungen
  • Dehnung durch einen „Katzenbuckel“

In diesen zwei Stadien hat dein Hund noch eine Chance auf Genesung. Das Nervengewebe ist noch nicht abgestorben und kann durch eine Operation regeneriert werden.

Das schwerstes Stadium der Krankheit hat den Ausfall der betroffenen Gliedmaßen
zur Folge und gleicht einer Querschnittslähmung beim Menschen.

Das Nervengewebe des Hundes wird vollständig funktionslos. Es folgen Symptome wie z. B.:

  • Lähmung,  und  Totalausfall der betroffenen Gliedmaßen (abhängig von der Position des Bandscheibenvorfalls)
  • Hinterherschleifen der betroffenen Gliedmaße
  • Kompletter Verlust der Kontrolle von Urin- und Kotabsatz, sowie des Schmerzempfindens

Hat dein Hund das schwerste Stadium der Dackellähme erreicht, kann eine rasch
durchgeführte Operation eventuell Nervenfunktionen wiederherstellen. Andernfalls kannst du über den Einsatz eines Rollwagens nachdenken, um deinem gelähmten Hund ein Stück Lebensqualität zurückzugeben.

DAckellähme tritt nicht nur bei Dackeln auf

Therapie

Die Behandlung einer Dackellähme hängt von der Schwere der Erkrankung ab und kann
von konservativen Maßnahmen wie Schmerzmitteln und Physiotherapie bis hin zu
chirurgischen Eingriffen reichen. Bei einer geringen Schädigung reicht bereits eine Behandlung durch Entzündungshemmer und Bewegungseinschränkung aus, um die Schmerzen des Hundes zu lindern. Ist der Schweregrad der Nervenschädigung schon stark ausgeprägt, ist eine Operation unumgänglich, um den Druck von den gequetschten Nerven zu nehmen, das Bandscheibenmaterial zu entfernen und das Rückenmark damit wieder freizugeben.

 

Neben diesen konservativen Maßnahmen ist dein Mitwirken essenziell, um den
Behandlungserfolg deines Hundes zu gewährleisten.  Da die Bewegung der Hinterbeine durch die Erkrankung eingeschränkt ist, ist es wichtig, dem Hund Hilfe beim Auf- und Abstieg von Treppen zu bieten.

Die Schwere der Krankheit ist abhängig von der frühzeitigen Erkennung. Je früher die Symtome erkannt werden, seto mehr Chancen auf einen guten Genesungsprozess bestehen.

Tipps zur Unterstützung von Hunden mit einer Lähmung

  1. 1Halte deinen Hund an Brust oder Hüfte, um ihn beim Gehen zu helfen
  2. 2Installiere ein Treppengeländer als weitere Stabilitätsmaßnahme, damit dein Hund sich im Notfall daran abstützen könnte
  3. 3Statte die Treppen mit einem speziellen Hundegurt oder einer Tragetasche aus
  4. 4Vermeide lange Gassirunden, um den Hund den Hund nicht zu überanstrengen

Vorbeugen

Um einer Dackellähme vorzubeugen, ist es wichtig Risikoaktivitäten oder körperliche Risiken, wie Übergewicht, zu vermeiden. Auf die bereits gereizte Bandscheibe sollte keine weitere Belastung ausgeübt werden. Somit empfehlen sich folgende Aktivitäten und Maßnahmen, um die Muskulatur und Bandscheibe des Hundes zu stärken.

Tipps und Tricks zur Prävention eines Bandscheibenvorfalls

  • Regelmäßige Gewichtskontrollen
  • Vermeidung von hartem Untergrund: regelmäßige Bewegung auf weichem Untergrund (Waldboden)
  • Fütterung von gesundem, hochwertigem Futter
  • Vermeidung von belastendenden Bewegungen in Form von Treppen steigen oder gar Hundesport
  • Übungen zur Kräftigung der Muskulatur
  • Verwendung von Brustgeschirr anstelle eines Halsbandes
  • Benutzung von orthopädischen Hundebetten, welche den Rücken entlasten
  • Tragen eines Mantels im Winter, um die Rückenmuskulatur nicht kalt werden zu lassen

Unser Fazit

Insgesamt ist die Dackellähme eine ernstzunehmende Erkrankung, die die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes stark beeinträchtigen kann. Es ist wichtig die Symptome frühzeitig zu erkennen und richtig zu handeln. Schalte bei ersten Anzeichen einen zuständigen Tierarzt ein, um eine Diagnose stellen und eine passende Therapie starten zu können.

Dies gewährleistet eine schnelle Genesung deines Hundes und verhindert ein Fortschreiten einer Dackellähmung.


Liebe Grüße,

Eure Helena

Quellen und weiterführende Links:

1: Dr. Lautersack (2022), Bandscheibenvorfall (Diskopathie), Tierklinik Ettlingen, https://www.kleintierklinik-ettlingen.de/diagnostik/therapie/neurologie/bandscheibenvorfall.html

 

2: Zander (2002), Diagnostik von Wirbelsäulenerkrankungen bei Hunden mit Hilfe der
Computertomographie im Vergleich zur Myelographie, Tierärztliche Hochschule
Hannover, https://elib.tiho-hannover.de/servlets/MCRFileNodeServlet/etd_derivate_00002723/zanders_2002.pdf

 

3: Bull (2006), Bandscheibenvorfälle beim Hund: Neue Aspekte zur Prognosestellung
unter besonderer Berücksichtigung der Magnetresonanztomographie, Tierärztliche
Hochschule Hannover, https://d-nb.info/983087830/34