Dürfen Hunde Äpfel essen?
Ja, Hunde dürfen Äpfel essen. Das Fruchtfleisch ist unbedenklich, das Kerngehäuse gehört nicht in den Napf, und die Menge sollte klein bleiben. Als gelegentlicher Snack ist der Apfel eine der unkompliziertesten Obstsorten für Hunde. Viele Hundehalter fragen sich trotzdem: Sind Äpfel gesund für Hunde, wie viele Äpfel darf ein Hund essen, und was ist mit Schale und Kernen? Dieser Ratgeber beantwortet das der Reihe nach.
Das Wichtigste zusammengefasst:
- Grundsätzlich ja: Apfelfruchtfleisch ist für Hunde unbedenklich, solange Kerngehäuse und Stiel entfernt sind.
- Menge: Kleine Hunde vertragen 1 bis 2 kleine Apfelstücke, mittelgroße ein Viertel bis einen halben Apfel, große bis zu einem halben Apfel.
- Schale darf mit: In und direkt unter der Schale sitzen die meisten Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe. Vorher gründlich waschen.
- Kerne entfernen, aber nicht in Panik verfallen: Apfelkerne enthalten Amygdalin, die Mengen in einem einzelnen Kerngehäuse sind jedoch weit von einer gefährlichen Dosis entfernt.
- Kein Grundnahrungsmittel: Obst und Leckerlis zusammen sollten laut FEDIAF höchstens 10 % der Tagesenergie ausmachen.
- Vorsicht bei verarbeiteten Produkten: Gezuckertes Apfelmus, getrocknete Apfelringe und vor allem alles mit Xylit sind ungeeignet.
Dürfen Hunde Äpfel essen?
Hunde dürfen Äpfel essen. Das Fruchtfleisch enthält keine für Hunde giftigen Stoffe, wird von den meisten Vierbeinern gut vertragen und schmeckt vielen sogar richtig gut. Entscheidend sind zwei Dinge: Das Kerngehäuse kommt vorher raus, und der Apfel bleibt ein Snack neben dem Hauptfutter, keine zusätzliche Mahlzeit.
Damit gehört der Apfel zu den unproblematischeren Obstsorten. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Weintrauben und Rosinen sind für Hunde tatsächlich gefährlich und haben im Napf nichts verloren. Welches Obst und Gemüse sonst noch okay ist, findest du in unserer Lebensmittel-Ampel. Auch Bananen sind ein beliebter Klassiker.
Wichtig zu wissen: „Darf er" heißt nicht „braucht er". Dein Hund darf Apfel essen, er muss aber nicht. Ein Apfel ist ein nettes Extra, kein Baustein einer ausgewogenen Ernährung. Wie viel davon sinnvoll ist, klären wir gleich.
Wie gesund sind Äpfel für Hunde wirklich?
Äpfel sind für Hunde vor allem ein wasserreicher, kalorienarmer Snack mit Ballaststoffen. Sie liefern Pektin, einen löslichen Ballaststoff, der die Verdauung unterstützt und lange sättigt. Als Vitaminquelle spielen sie beim Hund dagegen kaum eine Rolle, und das hat einen ganz konkreten Grund.
Anders als wir Menschen sind Hunde nicht auf Vitamin C aus dem Futter angewiesen. Sie bilden es selbst in der Leber aus Glukose, weshalb es für Hunde und Katzen gar keinen festgelegten Vitamin-C-Bedarf im Futter gibt (MSD Veterinary Manual). Wenn du also liest, Äpfel seien wegen ihres Vitamin C gut für den Hund, ist das für den menschlichen Speiseplan gedacht, nicht für den Napf. Ehrlich bleiben gehört dazu.
Was Apfel für Hunde wirklich mitbringt:
- Viel Wasser: angenehm als Erfrischung an warmen Tagen.
- Pektin und andere Ballaststoffe: gut für die Verdauung, sättigend.
- Wenige Kalorien: ein sinnvoller Tausch gegen ein fettes Leckerli, gerade bei Hunden mit Gewichtsproblemen.
- Sekundäre Pflanzenstoffe: stecken vor allem in und direkt unter der Schale.
Was der Apfel nicht ist: ein Heilmittel. Er senkt keine Krankheitsrisiken, ersetzt keine Zahnpflege und gleicht keine Nährstofflücken im Futter aus. Für dich heißt das: Snack ja, Gesundheitsversprechen nein.
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Jetzt Quiz startenWie viel Apfel darf ein Hund essen?
Die richtige Menge hängt von der Größe und dem Gewicht deines Hundes ab. Als Orientierung gilt: kleine Hunde 1 bis 2 kleine Apfelstücke, mittelgroße Hunde ein Viertel bis ein halber Apfel, große Hunde bis zu einem halben Apfel. Das ist eine Tagesmenge, keine Portion pro Mahlzeit.
| Hundegröße | Beispielrassen | Menge pro Tag |
|---|---|---|
| Kleine Hunde | Chihuahua, Yorkshire Terrier | 1 bis 2 kleine Apfelstücke |
| Mittelgroße Hunde | Cocker Spaniel, Border Collie | ein Viertel bis ein halber Apfel |
| Große Hunde | Labrador, Schäferhund | bis zu einem halben Apfel |
Warum diese Zurückhaltung? Weil jeder Snack Kalorien mitbringt, die in der Tagesbilanz auftauchen. Der europäische Heimtiernahrungsverband FEDIAF empfiehlt, dass Leckerlis über den Tag oder die Woche gerechnet nicht mehr als 10 % der Kalorienzufuhr ausmachen. Obst zählt dabei mit.
Zu viele Äpfel können zu Durchfall oder Bauchschmerzen führen. Achte darauf, dass Äpfel immer nur ein kleiner Teil der gesamten Ernährung bleiben und keine Hauptnahrungsquelle werden. Zudem solltest du bedenken, dass der enthaltene Fruchtzucker bei übermäßigem Konsum zu Gewichtszunahme führen kann.
Typisch sind außerdem Blähungen, wenn plötzlich viel Obst im Napf landet. Und wer es mit den Ballaststoffen übertreibt, kann bei seinem Hund auch das Gegenteil auslösen: Verstopfung. Moderation ist hier das Schlüsselwort. Führe Apfel deshalb wie jedes neue Lebensmittel langsam ein, mit einem kleinen Stück, und beobachte, wie dein Hund darauf reagiert.
Dürfen Hunde Äpfel mit Schale essen?
Ja, Hunde dürfen Äpfel mit Schale essen, und in den meisten Fällen ist das sogar die bessere Variante. Das Bundeszentrum für Ernährung weist darauf hin, dass die meisten Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe direkt in oder nah unter der Schale sitzen. Wer schält, wirft also genau den Teil weg, der ernährungsphysiologisch am meisten hergibt.
Auch der Ballaststoff Pektin steckt zu einem großen Teil in der Schale. Für Hunde heißt das: Schale dran lassen, aber vorher sauber machen.
Zwei Punkte solltest du beachten:
- Waschen oder Bio: Das BZfE empfiehlt, Äpfel mit warmem Wasser zu waschen und mit einem Tuch gründlich abzureiben, um anhaftende Rückstände zu entfernen. Alternativ zu Äpfeln aus ökologischem Anbau greifen. Beruhigend nebenbei: Laut den jährlichen Untersuchungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sind Äpfel, wenn überhaupt, nur sehr gering mit unerwünschten Stoffen belastet.
- Empfindliche Hunde: Reagiert dein Hund auf Ballaststoffe mit weichem Kot, kannst du die Schale entfernen. Das ist die Ausnahme, nicht die Regel.
Ganze Äpfel am Stück solltest du übrigens nicht anbieten, auch nicht ungeschält. Ein großer Hund schluckt so etwas schnell im Ganzen, und dann sind Stiel und Kerngehäuse gleich mit dabei.
Sind Apfelkerne für Hunde giftig?
Apfelkerne enthalten Amygdalin, ein cyanogenes Glykosid, aus dem beim Zerkauen Blausäure freigesetzt werden kann. Deshalb gehören Kerne und Stiel raus. Ein einzelnes verschlucktes Kerngehäuse ist aber kein Vergiftungsfall, und genau diese Einordnung fehlt in vielen Ratgebern.
Die Zahlen dahinter: In einer Untersuchung von fünfzehn Apfelsorten lag der Amygdalin-Gehalt der Kerne zwischen 1 und 4 mg pro Gramm Kerne (Bolarinwa et al., 2015). Die akut tödliche orale Dosis Blausäure liegt bei den meisten Tierarten bei rund 2 mg pro Kilogramm Körpergewicht (MSD Veterinary Manual). Aus einem Gramm Apfelkernen entsteht davon nur ein Bruchteil. Ein Hund müsste also sehr große Mengen zerkauter Kerne auf einmal fressen, damit überhaupt eine relevante Blausäuremenge zusammenkommt.
Dazu kommt: Amygdalin wird erst freigesetzt, wenn die Kerne zerkleinert werden. Unzerkaut passieren sie den Verdauungstrakt weitgehend unverändert. Und in der Liste der tiermedizinisch relevanten blausäurehaltigen Pflanzen des MSD Veterinary Manual taucht der Apfel gar nicht auf, dort dominieren Prunus-Arten wie Aprikose, Pfirsich, Kirsche und Bittermandel.
Praktisch heißt das: Kerngehäuse und Stiel entfernst du routinemäßig, nicht aus Angst vor einer Vergiftung, sondern weil es der sauberere Weg ist und weil harte Stielreste bei kleinen Hunden ein Schluckrisiko sind. Dasselbe gilt übrigens für Kernobst allgemein, etwa wenn du deinem Hund Birnen anbietest.
Was vom Apfel in den Napf darf
Besser nicht
- ❌ Kerngehäuse und Kerne
- ❌ Stiel
- ❌ Ganze Äpfel am Stück
- ❌ Apfelmus mit Zucker oder Xylit
Kann rein
- ✅ Fruchtfleisch in mundgerechten Stücken
- ✅ Schale von gewaschenen oder Bio-Äpfeln
- ✅ Roh geriebener Apfel
- ✅ Ungezuckertes Apfelmus in kleiner Menge
Welche Apfelsorten sind für Hunde geeignet?
Grundsätzlich sind alle reifen Apfelsorten für Hunde geeignet, mild-süße werden aber meist besser vertragen als sehr saure. Nicht alle Apfelsorten sind gleich gut geeignet: Süße Sorten wie Gala oder Fuji werden von Hunden oft besser vertragen als saure Sorten wie Granny Smith. Saure Sorten enthalten mehr Fruchtsäure, die bei empfindlichen Hunden Magenreizungen verursachen kann. Süße Äpfel sind leichter verdaulich und reizen den Magen weniger.
Damit ist auch die häufige Frage nach grünen Äpfeln beantwortet: Dürfen Hunde grüne Äpfel essen? Ja, grün heißt nicht giftig. Viele grüne Sorten sind aber deutlich säurehaltiger, und genau das kann einem empfindlichen Magen zusetzen. Wenn dein Hund zu weichem Kot oder Sodbrennen neigt, greif lieber zur milden Sorte.
Saure Äpfel können den Magen von empfindlichen Hunden reizen. Entscheide dich lieber für mildere Sorten, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Falls dein Hund einen besonders empfindlichen Magen hat, probiere kleine Mengen aus und beobachte die Reaktion. Unreife Äpfel lässt du generell weg, sie sind saurer, härter und schwerer verdaulich.
Hilft geriebener Apfel bei Durchfall?
Geriebener Apfel ist ein altes Hausmittel bei Durchfall, und der Wirkmechanismus dahinter ist gut beschrieben. Das Pektin quillt im Darm auf, bindet Flüssigkeit und verdickt so den dünnen Stuhl. In geriebener Form wirkt der Apfel schneller, weil die Oberfläche größer und die Frucht noch leichter verdaulich ist (BZfE).
Ehrlich dazu gehört: Diese Empfehlung stammt aus der Humanernährung. Kontrollierte Studien zur Wirkung von geriebenem Apfel bei Hunden mit Durchfall gibt es nicht. Ein Versuch bei leichtem, kurzzeitigem Durchfall schadet einem ansonsten gesunden Hund in kleiner Menge nicht, ein Medikament ist er aber nicht.
Die klassische Hausmittel-Variante. Große Oberfläche, Pektin kann Flüssigkeit binden. Mit Schale reiben, direkt servieren, kleine Menge.
Für Hunde mit empfindlichem Magen leichter verdaulich, weil die Zellstruktur aufgeschlossen ist. Ohne Zucker, ohne Gewürze, ohne Zusätze.
Ganz klar abgegrenzt: Bei blutigem Durchfall, wiederholtem Erbrechen, Fieber, Apathie oder Durchfall, der länger als 24 bis 48 Stunden anhält, gehört dein Hund in die Tierarztpraxis. Ein geriebener Apfel ersetzt keine Diagnostik. Mehr dazu, welche Maßnahmen bei Magen-Darm-Beschwerden sinnvoll sind, findest du in unserem Ratgeber zu Magen-Darm-Erkrankungen.
Wenn die Verdauung deines Hundes generell empfindlich ist, etwa nach einer Futterumstellung oder in stressigen Phasen, kann eine gezielte Unterstützung der Darmflora sinnvoller sein als jedes Hausmittel.
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Apfelmus, getrocknete Äpfel und Apfelsaft
Verarbeitete Apfelprodukte sind für Hunde deutlich kritischer als der frische Apfel, weil bei der Verarbeitung Zucker, Konservierungs- und Süßstoffe dazukommen. Ein Blick auf die Zutatenliste ist deshalb Pflicht.
Verarbeitete Produkte wie Apfelmus oder getrocknete Äpfel enthalten häufig Zuckerzusätze oder andere Inhaltsstoffe, die für Hunde ungeeignet sind. Achte immer auf die Zutatenliste. Auch vermeintlich natürliche Produkte können Konservierungsstoffe enthalten.
- Apfelmus: Ungezuckertes Apfelmus ohne Zusätze ist in kleiner Menge unbedenklich. Gezuckerte Varianten und alles mit Süßstoffen bleiben draußen.
- Getrocknete Äpfel: Beim Trocknen geht Wasser verloren, der Zucker bleibt. Damit ist die gleiche Menge deutlich energiedichter als frischer Apfel. Als seltenes Leckerli in Minimengen okay, als Dauersnack nicht.
- Apfelsaft: Braucht dein Hund nicht. Der Zucker ist konzentriert, der Sättigungseffekt der Ballaststoffe fehlt. Wasser ist immer die bessere Wahl. Immerhin: Der Amygdalin-Gehalt handelsüblicher Apfelsäfte ist sehr gering und toxikologisch unbedenklich (Bolarinwa et al., 2015).
- Apfelessig: Kursiert als Hausmittel gegen alles Mögliche. Belastbare Belege für einen Nutzen beim Hund gibt es nicht, unverdünnt kann er die Schleimhäute reizen.
Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit, weil er über „ungeeignet" hinausgeht und lebensgefährlich ist.
Dürfen Welpen Äpfel essen?
Welpen dürfen Apfel bekommen, sobald sie feste Nahrung fressen, allerdings in deutlich kleineren Mengen und besonders vorsichtig eingeführt. Der Verdauungstrakt eines Welpen ist empfindlicher, und eine ungewohnte Ballaststoffmenge sorgt schneller für weichen Kot als beim erwachsenen Hund.
So gehst du vor:
- Winzig anfangen: ein kleines Stück ohne Schale, dann 24 Stunden beobachten.
- Kein Ersatz für Welpenfutter: Welpen haben in der Wachstumsphase einen genau abgestimmten Nährstoffbedarf. Snacks dürfen diesen Plan nicht verwässern, die 10-Prozent-Regel gilt hier besonders streng.
- Erstickungsrisiko im Blick: Apfelstücke immer klein schneiden und beim Fressen dabei bleiben.
- Kerngehäuse konsequent raus: Beim kleinen Körpergewicht willst du gar nicht erst rechnen müssen.
Wenn gerade ein Welpe bei dir eingezogen ist, findest du in unserem Ratgeber zu den ersten Wochen mit deinem Welpen die wichtigsten Grundlagen zur Fütterung.
Äpfel bei Diabetes, Allergie und Übergewicht
Bei drei Vorerkrankungen lohnt ein genauerer Blick, bevor der Apfel im Napf landet. Der Fruchtzucker, die Neueinführung eines Lebensmittels und die Kalorienbilanz spielen hier jeweils eine andere Rolle.
- Diabetes: Aufgrund des Fruchtzuckers sollte der Verzehr stark eingeschränkt werden. Bei einem diabetischen Hund ist jede zusätzliche Kohlenhydratquelle eine Größe, die in die Einstellung hineinspielt. Konsultiere bei Unsicherheiten deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.
- Allergien: Führe neue Lebensmittel immer langsam ein, um allergische Reaktionen zu erkennen. Erste Anzeichen einer Allergie können Hautausschläge oder Juckreiz sein. Läuft gerade eine Ausschlussdiät, hat Apfel darin nichts verloren, sonst ist das Ergebnis wertlos.
- Übergewicht: Hier sind kleine Mengen als Snack okay, aber Äpfel sollten nicht zur Hauptkalorienquelle werden. Der eigentliche Gewinn liegt im Tausch: ein Stück Apfel statt eines fettreichen Leckerlis spart Kalorien, ohne dass dein Hund auf sein Ritual verzichten muss.
Wie servierst du deinem Hund Apfel richtig?
Am besten frisch, reif, gewaschen, entkernt und in mundgerechte Stücke geschnitten. Frische, reife Äpfel sind die beste Wahl. Entferne immer den Stiel, die Kerne und die Schale, wenn dein Hund empfindlich auf Ballaststoffe reagiert. Gekochte Äpfel sind für Hunde mit empfindlichem Magen leichter verdaulich und eignen sich auch gut als Zutat in selbstgemachtem Hundefutter.
Die Stückgröße ist kein Detail: FEDIAF weist ausdrücklich darauf hin, dass Leckerlis zur Körpergröße des Hundes passen müssen, weil sonst große Stücke im Ganzen verschluckt werden und ein Schluckrisiko entstehen kann. Schneide den Apfel deshalb lieber einmal mehr klein und bleib beim Fressen dabei.
Kreative Serviervorschläge:
- Apfelstücke als Belohnung: perfekt fürs Training.
- Im Futter gemischt: bringt Abwechslung in den Napf.
- Gefrorene Apfelstücke: ein erfrischender Snack für heiße Tage.
- Selbstgemachte Apfel-Leckerlis: kleine Kekse aus Apfelpüree und Haferflocken.
Bleibt der wichtigste Punkt: Äpfel können die Ernährung deines Hundes ergänzen, aber sie decken keinen Nährstoffbedarf. Die Basis bleibt ein ausgewogenes Alleinfutter, das zu deinem Hund passt. Dabei spielt die Rasse eine größere Rolle, als viele denken, denn Energiebedarf, Verträglichkeit und typische Schwachstellen unterscheiden sich deutlich. Ein Schäferhund ist eben kein Chihuahua.
FAQ
Wie viel Apfel darf ein Hund am Tag essen?
Kleine Hunde vertragen 1 bis 2 kleine Apfelstücke, mittelgroße Hunde ein Viertel bis einen halben Apfel, große Hunde bis zu einem halben Apfel pro Tag. Wichtig ist die Gesamtbilanz: Laut FEDIAF sollten Leckerlis und Snacks zusammen höchstens 10 % der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen.
Dürfen Hunde Äpfel mit Schale essen?
Ja. In und direkt unter der Schale sitzen die meisten Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe, außerdem ein großer Teil des Ballaststoffs Pektin. Wasche den Apfel vorher mit warmem Wasser und reibe ihn ab, oder greif zu Bio-Ware. Nur bei sehr empfindlichen Hunden ist Schälen sinnvoll.
Was tun, wenn mein Hund Apfelkerne gefressen hat?
In aller Regel nichts. Die Amygdalinmenge in einem einzelnen Kerngehäuse liegt weit unter einer gefährlichen Dosis, und unzerkaute Kerne passieren den Darm weitgehend unverändert. Beobachte deinen Hund einige Stunden. Bei wiederholtem Erbrechen, Apathie oder auffälliger Atmung rufst du in der Tierarztpraxis an.
Dürfen Hunde Apfelmus essen?
Ungezuckertes Apfelmus ohne Zusätze ist in kleiner Menge unbedenklich. Gezuckerte Sorten sind ungeeignet, und Produkte mit dem Süßstoff Xylit sind für Hunde hochgefährlich. Lies deshalb immer die Zutatenliste, bevor etwas im Napf landet.
Ab wann dürfen Welpen Apfel bekommen?
Sobald der Welpe feste Nahrung frisst, in sehr kleinen Mengen und ohne Schale. Starte mit einem einzelnen kleinen Stück und beobachte 24 Stunden, wie die Verdauung reagiert. Das Welpenfutter bleibt die Basis, Snacks dürfen den abgestimmten Nährstoffplan nicht verwässern.
Hilft geriebener Apfel bei Durchfall beim Hund?
Der Ballaststoff Pektin quillt im Darm auf, bindet Flüssigkeit und verdickt so den dünnen Stuhl. Das ist ein etabliertes Hausmittel aus der Humanernährung, kontrollierte Studien beim Hund fehlen. Bei leichtem, kurzem Durchfall spricht nichts gegen einen Versuch. Bei Blut im Kot, Fieber, Apathie oder Durchfall über 24 bis 48 Stunden gehört dein Hund in die Tierarztpraxis.
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Unser Fazit
- Ja, Hunde dürfen Äpfel essen. Das Fruchtfleisch ist unbedenklich, Kerngehäuse und Stiel kommen vorher raus.
- Die Menge richtet sich nach der Hundegröße: 1 bis 2 kleine Stücke bei kleinen Hunden, bis zu einem halben Apfel bei großen.
- Leckerlis und Obst zusammen sollten laut FEDIAF höchstens 10 % der Tagesenergie ausmachen.
- Die Schale darf mit, weil dort die meisten Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe sitzen. Vorher gründlich waschen.
- Apfelkerne sind kein Grund zur Panik, aber auch kein Grund zur Nachlässigkeit: entfernen ist der sauberere Weg.
- Verarbeitetes ist kritischer als Frisches. Gezuckertes Apfelmus, Apfelsaft und vor allem Xylit gehören nicht in den Napf.
- Als Hausmittel bei leichtem Durchfall kann geriebener Apfel unterstützen, eine tierärztliche Abklärung ersetzt er nicht.
- Der Apfel bleibt das Extra. Die Basis ist und bleibt ein Alleinfutter, das zu deinem Hund passt. 🐾
Quellen
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Äpfel: Gesundheit und Umwelt, Stand 03.11.2025. Belegt: Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe sitzen in oder direkt unter der Schale, Pektin als Ballaststoff, geriebener Apfel als Hausmittel bei Durchfall, Waschempfehlung und geringe Rückstandsbelastung.
- MSD Veterinary Manual: Cyanide Poisoning in Animals, Scott Radke, DVM, MS, DABVT, Iowa State University, Stand Juni 2026. Belegt: akut tödliche orale Blausäure-Dosis von etwa 2 mg/kg Körpergewicht bei den meisten Tierarten, Freisetzung erst beim Zerkleinern, Liste der tiermedizinisch relevanten blausäurehaltigen Pflanzen.
- Bolarinwa IF, Orfila C, Morgan MRA: Determination of amygdalin in apple seeds, fresh apples and processed apple juices. Food Chemistry 2015;170:437-442. Belegt: Amygdalin-Gehalt der Kerne von fünfzehn Apfelsorten zwischen 1 und 4 mg pro Gramm sowie sehr geringe Amygdalin-Gehalte in handelsüblichem Apfelsaft.
- MSD Veterinary Manual: Xylitol Toxicosis in Dogs. Belegt: Unterzuckerung ab etwa 100 mg Xylit pro Kilogramm Körpergewicht, Leberversagen ab etwa 500 mg/kg.
- MSD Veterinary Manual: Nutritional Requirements of Small Animals. Belegt: Hunde und Katzen bilden Vitamin C selbst in der Leber, es gibt keinen festgelegten Vitamin-C-Bedarf im Futter.
- FEDIAF: Chews and treats for dogs. Belegt: Leckerlis sollten höchstens 10 % der durchschnittlichen Kalorienzufuhr ausmachen, Größe der Leckerlis an den Hund anpassen wegen Schluckrisiko.
Über die Autorin
Helena Bröring-Veith, Med. Vet. ist Tierärztin im HEY HOLY Team. Sie hat an der Tierärztlichen Hochschule Hannover studiert und mehrere Jahre in der Klinik praktiziert. Bei HEY HOLY verantwortet sie die fachliche Prüfung aller Inhalte rund um Tiergesundheit und Ernährung.
